Engelshelfer fordern Gäste mit Sinnes-Einschränkungen heraus
Engelshelfer fordern Gäste mit Einschränkungen

Stolz präsentiert Dennis Clasen, Vorsitzender des Vereins „Engelshelfer“, ein Dreirad mit einer besonderen Vorrichtung: Im vorderen Bereich ist ein Krankenrollstuhl befestigt. Allein das Dreirad und der Rollstuhl wiegen zusammen 65 Kilogramm. Wenn eine Person im Rollstuhl sitzt, müssen rund 150 Kilogramm transportiert werden – per Muskelkraft mit elektrischer Unterstützung.

Alltagsprobleme beim Sehen, Hören und Schmecken

Zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung machten die Engelshelfer auf die Herausforderungen im Alltag von Menschen mit Behinderungen aufmerksam. Dabei stellten sie die Gäste vor teils erhebliche Schwierigkeiten.

„Viele Menschen mit Behinderung haben Probleme mit den Sinnen. Auf unserem Aktionstag in Gadebusch simulieren wir diese Einschränkungen und lassen Menschen ohne Behinderung erleben, wie der Alltag für Betroffene aussieht“, erklärt Dennis Clasen, der den Verein 2019 gründete.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Deshalb hatten Clasen und seine ehrenamtlichen Helfer nicht nur das Dreirad aufgebaut, sondern auch schwere Westen, die die Fortbewegung erschweren, Klangtrommeln zum Erkennen unterschiedlicher Frequenzen sowie eine Probierstation mit verschiedenen essbaren Gegenständen. Die Besucher konnten diese Stationen ausprobieren und sich selbst ein Bild von den alltäglichen Hürden machen.

Bereits zum vierten Mal in Gadebusch

„Wir organisieren diesen Tag seit vier Jahren in Gadebusch und stoßen immer auf großes Interesse. Die Besucher wollen sich über die möglichen Beeinträchtigungen informieren“, sagt Dennis Clasen. Unterstützt wird er unter anderem von Mike Gerdes und Ann-Christin Rehder.

„Dennis und ich kennen uns schon lange. Schon vor der Vereinsgründung haben wir ehrenamtlich in der Kirchgemeinde geholfen. Es macht mir Freude, Aufklärungsarbeit zu leisten und Menschen ohne Behinderung das Leben von Menschen mit Behinderung näherzubringen“, erklärt Mike Gerdes. Ähnlich sieht es Ann-Christin Rehder: „Ich bin seit zwei Jahren dabei und unterstütze die Arbeit. Es macht einfach Spaß.“

KuT Gadebusch unterstützt nächste Veranstaltung

Während die ehrenamtlich tätigen Engelshelfer fünfmal im Jahr eigene Aktionen durchführen, unterstützen die derzeit 17 Mitglieder auch andere Projekte. „Wir arbeiten gerade daran, gemeinsam mit dem Gadebuscher Verein für Kultur und Toleranz einen ähnlichen Tag zu organisieren“, verrät Clasen.

Um auch in Zukunft auf die Probleme aufmerksam machen zu können, ist der Verein auf weitere Mitstreiter angewiesen. „Wer sich uns anschließen und helfen möchte, kann sich auf der Homepage engelshelfer-ev.de anmelden“, sagt der 34-Jährige.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration