Epstein-Akten enthüllen Netzwerk der Reichen und Mächtigen
Die jüngst veröffentlichten Dokumente des US-Justizministeriums zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein bringen zahlreiche prominente Persönlichkeiten in schwere Bedrängnis. Das Netzwerk des US-Multimillionärs umspannte internationale Kreise von Adel über Politik bis hin zu Diplomatie und Wirtschaft.
Britische Regierungskrise durch Mandelson-Enthüllungen
In Großbritannien lösten die Akten eine ernste Regierungskrise aus. Premierminister Keir Starmer sah sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem bekannt wurde, dass er von den Epstein-Kontakten des ehemaligen Botschafters Peter Mandelson wusste. Mandelson, den Starmer vor gut einem Jahr zum Botschafter in den USA ernannt hatte, soll während der Finanzkrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben. Mehrere Vertraute des Premiers traten in kurzer Folge zurück, während Mandelson bereits im September letzten Jahres sein Amt niederlegen musste.
Royals im Sog des Skandals
Der in Ungnade gefallene Ex-Prinz Andrew geriet durch neue Vorwürfe in den Epstein-Akten erneut ins Visier der Ermittler. König Charles III. kündigte an, die Polizei bei etwaigen Untersuchungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen. Ähnlich wie bei Mandelson geht es um den Vorwurf, vertrauliche Informationen an den US-Investor weitergegeben zu haben.
Norwegische Diplomaten und Royals unter Verdacht
In Norwegen verloren die ehemalige Botschafterin Mona Juul und ihr Mann Terje Rød-Larsen ihre Ämter und müssen sich Ermittlungen wegen schwerer Korruption stellen. Rød-Larsen soll ein persönliches finanzielles Verhältnis zu Epstein unterhalten haben, und beiden Kindern des Paares sollen im Testament des US-Amerikaners je fünf Millionen Dollar zugesprochen worden sein.
Kronprinzessin Mette-Marit geriet durch jahrelange Mail-Korrespondenz mit Epstein in die Schlagzeilen. In den Nachrichten tauschten sich der Sexualstraftäter und die Frau von Kronprinz Haakon über Ernährung, Musik und Epsteins "Frauenjagd" aus. Trotz einer Entschuldigung der Kronprinzessin stellen sich viele Norweger die Frage, ob sie angesichts dieser Verbindungen jemals Königin werden kann.
Internationale Auswirkungen des Skandals
US-Handelsminister Howard Lutnick sah sich mit widersprüchlichen Aussagen konfrontiert. Während er angab, den Kontakt zu Epstein 2005 abgebrochen zu haben, berichteten Medien über einen geplanten Besuch auf einer Insel des Sexualstraftäters im Jahr 2012. Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie warf Lutnick vor, bewusst gelogen zu haben.
In Frankreich leitete die Finanzstaatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen den ehemaligen Kulturminister Jack Lang und seine Tochter Caroline ein. Der Verdacht auf Geldwäsche und schweren Steuerbetrug bezieht sich auf eine von Epstein gegründete Gesellschaft mit Sitz in einem Steuerparadies. Lang trat unter dem Druck der Enthüllungen von seinem Posten als Präsident des Pariser Kulturinstituts "Institut du monde arabe" zurück.
Die Epstein-Akten zeigen ein komplexes Geflecht von Verbindungen zwischen dem verurteilten Sexualstraftäter und internationalen Eliten. Während nicht alle Genannten direkt mit Epsteins Verbrechen in Verbindung stehen, bringt die öffentliche Aufarbeitung viele in schwere Erklärungsnot und hat bereits zahlreiche Karrieren beendet.



