Esken ruft zu Werbe-Boykott gegen Höcke-Podcast auf
Esken ruft zu Werbe-Boykott gegen Höcke-Podcast auf

Ein Eklat erschüttert die politische Medienlandschaft: Die ehemalige SPD-Vorsitzende Saskia Esken (64) hat öffentlich zu einem Werbe-Boykott gegen den Podcast „Ungeskriptet“ von Benjamin Berndt aufgerufen. Der Grund: Berndt führte kürzlich ein mehr als vierstündiges Interview mit dem AfD-Rechtsaußen Björn Höcke (54), das millionenfach abgerufen wurde. In einem auf Instagram veröffentlichten Video, das offenbar im Bundestag aufgenommen wurde, attackierte Esken den Podcaster scharf. „Einem Faschisten wie Björn Höcke vier Stunden eine Bühne zu bieten – ungeskriptet und unwidersprochen“, kritisierte sie und fügte hinzu, dass sich damit „ziemlich gute Werbeeinnahmen“ erzielen ließen.

Boykott-Aufruf mit Folgen

Esken rief Unternehmen direkt dazu auf, ihre Werbung aus diesem Podcast zu entfernen. „Unternehmen, deren Werbung in einem solchen Podcast ausgespielt wird, sollten mal prüfen, wie sich das abstellen lässt“, sagte sie. Besonders brisant ist ihre abschließende Aussage: „Blacklisting hilft.“ Damit meint sie, dass Werbekunden ihre bei Streamingdiensten wie YouTube automatisch eingeblendete Werbung technisch für das Format sperren sollen.

Reaktionen aus der Politik

Die FDP reagierte umgehend mit scharfer Kritik. Wolfgang Kubicki (74), Vize-Chef der Liberalen, bezeichnete Eskens Vorstoß als „Entgleisung“. Er betonte: „In einer liberalen Demokratie entscheiden nicht Politiker, was Medien senden oder drucken.“ Kubicki räumte zwar ein, dass er viele Aussagen Höckes für „wirklich dumm“ halte, doch sei es besser, wenn diese öffentlich vor großem Publikum geäußert würden – statt in politischen „Filterblasen“.

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Die Rolle der SPD im Mediensektor

Bemerkenswert ist, dass die SPD selbst tief im Mediengeschäft verwurzelt ist. Über ihre Medienholding ist die Partei Anteilseigner der Mediengruppe Madsack, zu der zahlreiche Regionalzeitungen in Deutschland gehören. Dazu zählen unter anderem die „Hannoversche Allgemeine“, die „Leipziger Volkszeitung“ und die „Märkische Allgemeine“.

Kritik am Podcast-Interview

Podcaster Benjamin Berndt hatte für sein Gespräch mit Höcke bereits zuvor viel Kritik einstecken müssen. Berndt, der sich selbst nicht als Journalist bezeichnet, stellte dem AfD-Politiker kaum kritische Nachfragen und ließ ihn seine Erzählungen weitgehend ungehindert ausbreiten. Dieses Vorgehen stieß bei vielen Zuschauern und politischen Beobachtern auf Unverständnis.

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