Ehemaliger Chefarzt aus Duisburg wegen schweren Missbrauchs angeklagt
Ex-Chefarzt wegen Missbrauchs von Patientinnen angeklagt

Schwere Vorwürfe gegen ehemaligen Chefarzt der Jugendpsychiatrie

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat Anklage gegen einen ehemaligen Chefarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie erhoben. Dem Mediziner werden schwerwiegende Straftaten im Zusammenhang mit vier jugendlichen Patientinnen vorgeworfen. Die Ermittlungen im Ruhrgebiet haben zu einer umfangreichen Anklageschrift geführt, die nun dem Landgericht Duisburg vorliegt.

Details der Vorwürfe

Dem Beschuldigten wird sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Jugendlichen zur Last gelegt. Laut Staatsanwaltschaft soll sich der ehemalige Chefarzt während Gesprächstherapien vier ihm anvertrauten Patientinnen "in sexuell motivierter Art und Weise" genähert haben. Dabei habe er bewusst das über längere Behandlungen aufgebaute Vertrauensverhältnis und das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Therapeut und Patientinnen ausgenutzt.

Die Anklagebehörde geht von insgesamt 95 Fällen sexueller Handlungen aus. In einem besonders schwerwiegenden Fall soll sich der Beschuldigte über den erkennbar entgegenstehenden Willen einer Patientin hinweggesetzt haben, weshalb ihm zusätzlich Vergewaltigung vorgeworfen wird.

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Weitere belastende Beweise

Bei der Auswertung seines privaten Mobiltelefons fanden Ermittler zudem eine Missbrauchsdarstellung, die eine der Patientinnen zeigen soll. Der strafrechtliche Begriff für solche Inhalte lautet "jugendpornografischer Inhalt". Dieser Fund verstärkt die Vorwürfe erheblich und unterstreicht die systematische Natur der mutmaßlichen Taten.

Aktueller Verfahrensstand

Der frühere Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Bertha-Krankenhauses des Sana Klinikums in Duisburg befindet sich seit dem 22. Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Ende 2025 mitgeteilt, dass der Mann Kontakt zu mindestens einer der Geschädigten aufgenommen und versucht habe, sie zu beeinflussen. Dies wurde als Versuch gewertet, die Ermittlungen zu behindern.

Über die Zulassung der Ende Februar erhobenen Anklage muss nun das Landgericht Duisburg entscheiden. Ein konkreter Termin für einen Prozess steht bislang noch nicht fest. Die Ermittlungen zeigen einmal mehr die besondere Verantwortung, die medizinisches Personal in vertrauensvollen Behandlungssituationen trägt.

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