Epstein-Skandal: Britischer Ex-Minister Mandelson nach Festnahme unter Auflagen freigelassen
Ex-Minister Mandelson im Epstein-Skandal unter Auflagen frei

Epstein-Skandal: Britischer Ex-Minister unter Auflagen freigelassen

Der Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erreicht erneut die höchsten Ebenen der britischen Politik und Gesellschaft. Nach der zwischenzeitlichen Festnahme des früheren Prinzen Andrew wurde nun auch der ehemalige Minister Peter Mandelson vorübergehend festgenommen. Der 72-Jährige konnte die Polizeistation in London erst nach Mitternacht und nur unter strengen Auflagen verlassen.

Nächtliche Freilassung unter strengen Bedingungen

Nach seiner Festnahme am Montagabend wurde Mandelson gegen 1 Uhr Ortszeit aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Wie beim Sender Sky News zu sehen war, verließ er die Polizeistation im Schatten der Nacht und wurde auf dem Rücksitz einer Limousine nach Hause gefahren. Die Londoner Metropolitan Police bestätigte, dass an zwei Adressen Durchsuchungen durchgeführt worden seien.

Die Freilassung unter Auflagen kann in Großbritannien verschiedene Einschränkungen bedeuten, darunter die Verpflichtung, sich nur an einer bestimmten Adresse aufzuhalten oder den Reisepass abgeben zu müssen. Mandelson wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen, ein recht weit gefasster Vorwurf, der den schwerwiegenden vorsätzlichen Missbrauch oder die Vernachlässigung von Befugnissen umfasst.

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Hintergrund der Ermittlungen

Die jüngsten Ermittlungen basieren auf Veröffentlichungen aus den Epstein-Akten des US-Justizministeriums. E-Mail-Verläufe legen den Verdacht nahe, dass Mandelson nicht nur enger mit dem Multimillionär verbunden war als bisher bekannt, sondern diesem möglicherweise auch sensible Regierungsinformationen zugespielt hat.

Besonders brisant: Den Akten zufolge soll Mandelson die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm während der Euro-Krise bereits einen Tag vor der offiziellen Verkündung an Epstein weitergegeben haben. Epstein hatte mit der Verwaltung von Vermögen anderer ein großes Privatvermögen angehäuft.

Politische Konsequenzen für Premierminister Starmer

Die Ermittlungen gegen Mandelson haben Premierminister Keir Starmer in eine ernste Regierungskrise gestürzt. Starmer musste sich in den vergangenen Wochen immer wieder rechtfertigen, warum er Mandelson trotz dessen bekannter Verbindung zu Epstein im Februar 2025 zum britischen Botschafter in den USA ernannt hatte.

Die politischen Folgen sind bereits spürbar: Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allan traten von ihren Positionen zurück. Die Regierung will nun im März die ersten Dokumente zur Berufung Mandelsons zum Botschafter freigeben, nachdem sowohl die Opposition als auch eigene Parteimitglieder entsprechenden Druck ausgeübt hatten.

Mandelsons politischer Abstieg

Mandelson, der von 2008 bis 2010 als Wirtschaftsminister unter Premierminister Gordon Brown diente, wurde im September 2025 als Botschafter in den USA abberufen, als immer mehr Informationen über seine Verbindung zu Epstein ans Licht kamen. Bereits in älteren Stellungnahmen hatte der Ex-Minister den Kontakt zu Epstein bereut.

In den Epstein-Akten finden sich zahlreiche Fotos von Mandelson im Umfeld des 2008 verurteilten Sexualstraftäters. Auch in einem ominösen Geburtstagsbuch für den US-Multimillionär tauchen Glückwünsche des Briten auf. Epstein, der über Jahre einen auch pädophilen Missbrauchsring betrieben hatte, beging offiziellen Angaben zufolge 2019 in Haft Suizid.

Parallelen zum Fall Prinz Andrew

Die Ermittlungen gegen Mandelson zeigen bemerkenswerte Parallelen zum Fall des früheren Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor. Auch Andrew wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Handelsbeauftragter von 2001 bis 2011 vertrauliche Informationen an Epstein weitergeleitet zu haben.

Der 66-Jährige hatte bereits seine Titel und militärischen Ehren verloren, und mittlerweile wird diskutiert, ob er auch seinen achten Platz in der Thronfolge verlieren soll. Mandelson verlor bereits seinen Sitz im britischen Oberhaus, und auch sein Lord-Titel soll ihm nach dem Willen der Regierung entzogen werden.

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Medienecho und politische Reaktionen

Die britischen Medien reagierten auf die Festnahme des Ex-Ministers mit ähnlicher Intensität wie im Fall Andrew. Eilmeldungen und Live-Ticker begleiteten die Entwicklung. „The Times“ titelte: „Mandelson wegen 'an Epstein weitergegebener Geheimnisse' festgenommen“.

Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen kommentierte gegenüber der BBC: „Zu sehen, wie der Mann, den er auf den höchsten Posten im diplomatischen Dienst berufen hat, von der Polizei festgenommen wird, ist ein Bild, das uns meiner Meinung nach noch viele, viele Jahre begleiten wird.“ Sie bezeichnete die Festnahme als „den prägenden Moment“ in der Amtszeit von Premierminister Starmer.

Mandelson hat sich bislang nicht zu den aktuellen Vorwürfen geäußert. Auf den Aufruf aus den USA, das Wissen über Epstein mit dem Kongress zu teilen, hat er dem Vernehmen nach bislang nicht reagiert. Die Affäre belastet die britische Politik weiterhin schwer und wirft Fragen über den Umgang mit sensiblen Informationen auf höchster politischer Ebene auf.