Ex-Preußen-Kapitän Lorenz: Anklage wegen Betrugsverdachts bei Spendengeldern
Ex-Preußen-Kapitän Lorenz: Anklage wegen Spendengelder-Betrugs

Ex-Preußen-Kapitän Lorenz: Anklage wegen Betrugsverdachts bei Spendengeldern

Die Staatsanwaltschaft Münster hat offiziell Anklage gegen den ehemaligen Kapitän von Preußen Münster, Marc Lorenz, erhoben. Dem 37-jährigen Ex-Fußballprofi wird gewerbsmäßiger Betrug in zehn Fällen vorgeworfen. Konkret soll Lorenz zwischen Dezember 2022 und Juni 2025 seine lokale Prominenz als Profifußballer genutzt haben, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Die dabei eingenommenen Gelder in Höhe von insgesamt rund 54.000 Euro hat er laut Anklage jedoch nicht wie vereinbart weitergeleitet.

Betroffene Organisationen und private Schwierigkeiten

Zu den betroffenen Empfängern gehören unter anderem die „Clinic Clowns“ des Universitätsklinikums Münster sowie eine Familie, deren wenige Monate altes Kind verstorben war. Die Staatsanwaltschaft wirft Lorenz vor, die Spendengelder – bestehend aus 3.700 Einzelspenden – auf eigene Konten überwiesen und für private Zwecke verwendet zu haben. Hintergrund sollen finanzielle Schwierigkeiten des Familienvaters gewesen sein.

Erst im August 2025 und kurz vor Abschluss des Ermittlungsverfahrens im Jahr 2026 überwies Lorenz die Beträge nachträglich an die betroffenen Organisationen. Damit wurde die gesamte Summe aus dem angeklagten Zeitraum vollständig ausgezahlt. Lorenz bestreitet über seinen Verteidiger jedoch, eine Straftat begangen zu haben. Er gibt an, die Spendenerlöse lediglich mit Verzögerung weitergeleitet zu haben.

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Rechtliche Bewertung und Konsequenzen

Die Staatsanwaltschaft sieht in den nachträglichen Zahlungen lediglich eine Wiedergutmachung bereits entstandener Vermögensschäden, die für die strafrechtliche Bewertung unbeachtlich bleibt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für Lorenz jedoch die Unschuldsvermutung.

Der Zweitligist Preußen Münster hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Reißleine gezogen und Lorenz fristlos entlassen. Der ehemalige Leistungsträger, der das Team von der 4. Liga bis in die 2. Bundesliga führte, klagte zunächst gegen seine Kündigung. Anfang März kam es jedoch zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen den Parteien.

Marc Lorenz absolvierte insgesamt 133 Zweitliga- und 190 Drittligaspiele für Preußen Münster. Seine Karriere als Kapitän und Führungsspieler ist nun durch die schwerwiegenden Vorwürfe überschattet. Der Fall zeigt, wie die Nutzung von Sportprominenz für wohltätige Zwecke auch missbraucht werden kann, selbst wenn die Gelder später zurückgezahlt werden.

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