Polizei fahndet nach Helferinnen: Betrüger schocken Senioren mit Lüge über tote Schwangere
Fahndung nach Helferinnen: Betrüger schocken mit toter Schwangerer

Polizei fahndet nach Helferinnen: Betrüger schocken Senioren mit Lüge über tote Schwangere

Eine schwangere Frau soll tot sein. Die eigene Enkelin sitzt im Gefängnis. Nur eine hohe Kaution kann sie retten. Mit dieser perfiden Lüge treiben Betrüger ältere Menschen in Panik und bringen sie um ihr gesamtes Erspartes. In den Städten Bielefeld und Gera schlugen die Täter am 26. Juni 2025 zu. Jetzt sucht die Polizei mit veröffentlichten Fotos intensiv nach zwei mutmaßlichen Helferinnen, die an den kriminellen Machenschaften beteiligt gewesen sein sollen.

Täter nutzen emotionale Erpressung mit fingierten Unfällen

Ein angeblicher Polizist rief eine 81-jährige Frau in Bielefeld in Nordrhein-Westfalen an. Er behauptete, ihre Enkeltochter habe einen schweren Unfall verursacht, bei dem eine schwangere Frau ums Leben gekommen sei. In ihrer Verzweiflung und im festen Glauben, ihre Enkelin so vor einer sofortigen Festnahme bewahren zu können, übergab das Opfer über 10.000 Euro an eine Kurierin. Die kriminelle Botin wird als jung, schlank und mit langen, dunklen Haaren beschrieben.

Ganz ähnlich verlief ein weiterer Betrugsfall am selben Tag in Gera in Thüringen. Hier übergab eine 83-jährige Seniorin sogar mehrere Zehntausend Euro. Auch in diesem Fall konnte die Täterin, die als etwa 40 Jahre alt, schlank und mit kurzen, dunklen Haaren beschrieben wird, bisher nicht ermittelt werden. Die Polizei geht davon aus, dass die Betrüger ihre Opfer gezielt über Telefonbücher ausfindig machen, um besonders vulnerable ältere Menschen anzurufen.

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Organisierte Betrugsmafia agiert oft aus dem Ausland

Zuletzt hatte ein Milliardär aus Nordrhein-Westfalen für Aufsehen gesorgt, als er Wertgegenstände im Gesamtwert von etwa vier Millionen Euro an zwei von den Betrügern genannte Gerichte brachte. Die Gangster holten die Beute anschließend unerkannt vor den Gebäuden ab. Die organisierte Betrugsmafia operiert häufig aus dem Ausland und beschäftigt in Deutschland kriminelle Kurierdienste. Obwohl der Schaden jedes Jahr mehrere Millionen Euro beträgt, hat das Bundeskriminalamt keine konkreten statistischen Zahlen für dieses spezielle Delikt, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Die Fälle werden daher nicht gesondert verfolgt und ausgewertet, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.

Polizei gibt konkrete Verhaltenstipps bei Schockanrufen

Die Ermittler warnen eindringlich vor solchen Schockanrufen und geben konkrete Ratschläge, wie sich Bürger schützen können:

  • Nehmen Sie bei verdächtigen Anrufen sofort Zettel und Stift zur Hand und notieren Sie den Namen sowie die angegebene Dienststelle des Anrufers.
  • Rufen Sie umgehend Ihre örtliche Polizeidienststelle an, um die genannten Daten zu überprüfen und zu verifizieren.
  • Ziehen Sie Nachbarn oder vertraute Angehörige hinzu, um sich bei der Einschätzung der Situation unterstützen zu lassen.
  • Geben Sie unter keinen Umständen persönliche oder finanzielle Daten am Telefon preis.
  • Fotografieren Sie wertvollen Schmuck und andere Wertgegenstände, um im Ernstfall eine Identifizierung zu ermöglichen.
  • Alarmieren Sie bei einem auffälligen oder bedrohlichen Anruf sofort die Polizei und erstatten Sie umgehend Anzeige.

Hinweise zu den gesuchten Frauen nimmt die Polizei Bielefeld unter der Telefonnummer 0521/54 50 oder die Polizei Gera unter 0365/82 34 14 65 entgegen. Die Ermittler hoffen auf die Mithilfe der Bevölkerung, um die Täterinnen schnellstmöglich zu fassen und weitere Betrugsfälle zu verhindern.

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