Polizei und Verbraucherschützer warnen vor der wachsenden Gefahr durch Anlagebetrug in Sachsen-Anhalt. Immer öfter würden Kriminelle ihre Opfer mit „täuschend echten Webseiten“ im Internet zu seriös wirkenden Geldanlagen überreden, sagte Peter Meißner, Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter.
Kriminelle nutzen Aktien-Boom aus
In Deutschland gibt es seit Jahren einen Aktien-Boom. Immer mehr Deutsche entdecken den Börsenhandel für sich. Doch auf diesen Trend springen auch zunehmend Betrüger auf. Mit gezinkten Websites und falschen KI-Videos zocken sie Kunden in Sachsen-Anhalt ab und erbeuten Millionen. Die Betrugsmaschen werden immer raffinierter: Die gefälschten Anlageportale sehen täuschend echt aus und imitieren seriöse Finanzdienstleister. Selbst Videos mit vermeintlichen Experten, die durch Künstliche Intelligenz erzeugt wurden, kommen zum Einsatz.
Millionenschäden für Anleger
Die Schadenssummen sind enorm: Allein in Sachsen-Anhalt haben Betrüger in den vergangenen Monaten mehrere Millionen Euro erbeutet. Die Opfer werden oft über soziale Medien oder Suchmaschinenwerbung auf die Fake-Portale gelockt. Dort werden sie mit hohen Renditeversprechen ködert. Wer einmal investiert, sieht sein Geld meist nie wieder. Die Täter agieren häufig aus dem Ausland und sind schwer zu fassen.
Verbraucherschützer raten zur Vorsicht
Verbraucherschützer empfehlen, bei Geldanlagen im Internet besonders wachsam zu sein. Man sollte nur auf geprüften und bekannten Plattformen investieren. Misstrauisch machen sollten ungewöhnlich hohe Renditeversprechen und fehlende Impressumsangaben. Auch eine schnelle Kontaktaufnahme via Telefon oder Chat sei ein Warnsignal. Im Zweifel helfe ein Blick auf die Warnlisten der BaFin oder der Verbraucherzentralen.
Die Polizei rät, bei Verdacht sofort Anzeige zu erstatten. Je schneller die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet werden, desto höher seien die Chancen, die Täter zu identifizieren und Gelder einzufrieren. Dennoch bleibe die Dunkelziffer hoch, da viele Opfer aus Scham keine Anzeige erstatteten.



