Fast 70 Tote bei Milizenangriff in goldreicher Region im Kongo
Fast 70 Tote bei Milizenangriff im Kongo

Massaker im Nordosten der DR Kongo

Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind bei einem Angriff einer örtlichen Miliz mindestens 69 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer des Angriffs der Mitglieder der Kooperative für die Entwicklung des Kongo (Codeco), der sich bereits Ende April ereignet hatte, seien Zivilisten gewesen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus örtlichen und Sicherheitskreisen.

Hintergrund der Gewalt in Ituri

In der goldreichen Provinz Ituri im Nordosten des Landes kommt es immer wieder zu tödlichen Angriffen bewaffneter Gruppen wie der Codeco-Miliz. Bevor sie zu einer bewaffneten Rebellenbewegung wurde, war Codeco eine einflussreiche landwirtschaftliche Kooperative. Die mehrere Tausend Mitglieder zählende Miliz verteidigt nach eigenen Angaben die Interessen der Volksgruppe der Lendu gegen die Gruppe der Hema. Sie gilt als gewalttätigste Gruppierung in der Region und wird für zahlreiche Angriffe verantwortlich gemacht.

Ablauf des Angriffs

Ende April hatte die ebenfalls in Ituri aktive bewaffnete Gruppe CRP, die häufig mit den Hema in Verbindung gebracht wird, im Gebiet Djugu die Armee der Demokratischen Republik Kongo (FARDC) angegriffen. „Nach dem Angriff der CRP auf eine Stellung der FARDC“ griffen „Codeco-Milizionäre aus Pimbo am 28. April als Vergeltungsmaßnahme mehrere Ortschaften an“, teilte Dieudonné Losa, Vertreter der Zivilgesellschaft der Provinz Ituri, AFP mit. „Die vorläufige Bilanz beläuft sich auf mehr als 70 Tote“, fügte er hinzu.

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Schwierige Bergung der Leichen

Zwei Sicherheitsquellen bestätigten die Angriffe gegenüber AFP. Laut einer der beiden Quellen gab es 69 Tote, darunter 19 Kämpfer. Die Bergung der Leichen hatte sich den Sicherheitskreisen zufolge aufgrund der anhaltenden Präsenz der Codeco-Kämpfer in dem Gebiet verzögert. Der Zugang zu dem Gebiet ist schwierig.

Rolle der CRP-Miliz

Die CRP wurde vom kongolesischen Milizenführer Thomas Lubanga gegründet und ist seit 2025 wieder zunehmend aktiv in der Region. Lubanga war 2012 für den Einsatz von Kindersoldaten zu 14 Jahren Haft verurteilt worden und kam 2020 wieder frei. Bei den Kämpfen zwischen der CRP, der Armee und der Codeco-Miliz kommt es immer wieder zu Massakern an der Zivilbevölkerung.

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