Fotografen vor Gericht: Verdacht auf Brandstiftung für Profit mit spektakulären Bildern
Vor dem Landgericht Dessau-Roßlau hat ein aufsehenerregender Prozess gegen zwei Männer begonnen, die im Verdacht stehen, Brände gelegt zu haben, um mit den daraus resultierenden Fotos und Videos Geld zu verdienen. Die Angeklagten, ein 23-Jähriger und ein 33-Jähriger, arbeiteten als freie Fotografen und waren nicht fest in Redaktionen angestellt.
Mutmaßliche Brandstiftungen mit hohem Sachschaden
Den Ermittlungen zufolge sollen die beiden Männer unter anderem Waldflächen und Lagerhallen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie in umliegenden Regionen in Brand gesetzt haben. Dabei hätten sie bewusst in Kauf genommen, dass Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten verletzt werden könnten. Die Brände wurden laut Polizei und Staatsanwaltschaft so gelegt, dass sich die Flammen schnell ausbreiten und die Löscharbeiten erheblich erschwert wurden.
Die mutmaßlichen Taten sorgten für erhebliche Aufmerksamkeit und verursachten einen Sachschaden im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich. Die Angeklagten sollen ihre Bilder und Videos an Zeitungen und andere Medien verkauft haben und dadurch Einnahmen im mittleren vierstelligen Bereich erzielt haben.
Festnahme und Ermittlungen
Die beiden Männer wurden im September 2025 in Raguhn festgenommen, kurz nachdem ein Feuer in einem leerstehenden Bahnhofsgebäude ausgebrochen war. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits länger gegen die Verdächtigen ermittelt und eine gesonderte Ermittlungsgruppe eingerichtet. Nach der Festnahme kamen die mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft.
Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung. Der Prozess vor dem Landgericht Dessau-Roßlau wird nun die Vorwürfe genau prüfen und über die Schuldfrage entscheiden.



