Zwei Jahre Gefangenschaft: Frau in Spanien entführt und misshandelt
In einem erschütternden Fall von häuslicher Gewalt und Freiheitsberaubung wurde eine 38-jährige Frau in der spanischen Region Murcia zwei Jahre lang von ihrem ehemaligen Partner gefangen gehalten. Die heute 38-jährige Salma R. erlebte nach eigenen Angaben einen Albtraum von 680 Tagen, der erst am 10. Februar 2026 mit ihrer spektakulären Flucht endete.
Der Beginn des Horrors
Der mutmaßliche Leidensweg begann am 1. April 2024, als Salma R. von ihrem damaligen Lebenspartner entführt wurde. Der Täter brachte die Frau mit marokkanischen Wurzeln in ein abgelegenes Landhaus am Stadtrand von Murcia, wo er sie einsperrte. Das Grundstück, das sich in einem Gebiet mit Obstgärten und hohen Mauern befindet, bot offenbar ideale Bedingungen für die Gefangenschaft.
Tägliche Qualen und Misshandlungen
Laut Aussagen der Frau gegenüber der Polizei wurde sie in den 22 Monaten ihrer Gefangenschaft fast täglich geschlagen, missbraucht und vergewaltigt. „Er hat mich furchtbar geschlagen, gesagt, ich gehöre ihm, ich sei seine Sklavin und ich müsse ihm aufs Wort gehorchen“, berichtete Salma R. nach ihrer Befreiung. Die Gewalt eskalierte regelmäßig, wobei der Täter sie an eine Trage fesselte und so lange schlug, bis er völlig erschöpft war.
Die dramatische Flucht
Die Gelegenheit zur Flucht ergab sich, als ihr Entführer einschlief. Salma R. nutzte eine Leiter, um den etwa zwei Meter hohen Zaun des Grundstücks zu überwinden. Anschließend lief sie fünf Kilometer über Feldwege, bis sie endlich Hilfe fand. Die Flucht markierte das Ende von 680 Tagen qualvoller Gefangenschaft, während derer ihre Familie keinerlei Lebenszeichen von ihr erhalten hatte.
Schwere gesundheitliche Folgen
Die 38-Jährige zeigt nach ihrer Befreiung schwere körperliche und seelische Spuren der Misshandlungen. Sie erlitt mehrere Stichwunden, verlor einige Zähne und soll laut Berichten der Zeitung „Murcia Today“ auf einem Auge erblindet sein. Die Verletzungen dokumentieren das Ausmaß der Gewalt, der sie über fast zwei Jahre hinweg ausgesetzt war.
Festnahme und Ermittlungen
Der mutmaßliche Täter wurde nach der Flucht der Frau verhaftet und muss sich nun vor Gericht verantworten. Die Anklage umfasst unter anderem Vergewaltigung und Freiheitsberaubung. Besonders bemerkenswert ist, dass neben dem Haupttäter auch zwei Nachbarn und ein Verwandter des Beschuldigten der Beihilfe beschuldigt werden. Dies wirft Fragen nach dem Wissen und der möglichen Mittäterschaft im Umfeld des Täters auf.
Der Weg der Genesung
Salma R. lebt vorerst in einem Frauenhaus, wo sie versucht, das traumatische Geschehen mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten. Die psychologische Betreuung ist angesichts der langen Gefangenschaft und der schweren Misshandlungen von entscheidender Bedeutung für ihre Genesung. Fachkräfte unterstützen sie dabei, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.
Ein Fall mit weitreichenden Implikationen
Dieser extreme Fall von häuslicher Gewalt und Freiheitsberaubung hat in Spanien und darüber hinaus für Entsetzen gesorgt. Die Dauer der Gefangenschaft – 22 Monate – und die systematische Gewaltanwendung werfen Fragen nach den Mechanismen auf, die solche Verbrechen ermöglichen. Die Beteiligung weiterer Personen als mutmaßliche Gehilfen zeigt zudem, wie komplex und vielschichtig solche Gewaltsysteme sein können.
Die Ermittlungen der spanischen Behörden laufen auf Hochtouren, während Salma R. versucht, ihr Leben Stück für Stück wieder aufzubauen. Der Fall unterstreicht die Bedeutung von Hilfsstrukturen für Gewaltopfer und die Notwendigkeit einer sensiblen justiziellen Aufarbeitung solcher Verbrechen.



