Der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum hat mit einem Vorschlag zur Rentenreform für Aufsehen gesorgt. Er plädiert dafür, das feste Renteneintrittsalter von 67 Jahren durch eine individualisierte Lösung zu ersetzen. Demnach sollen Versicherte in Rente gehen können, sobald sie 45 Beitragsjahre erreicht haben. Dies würde vor allem Facharbeitern und Handwerkern zugutekommen, die früh ins Berufsleben eingestiegen sind. Akademiker hingegen, die oft erst mit Mitte 20 in die Rentenkasse einzahlen, müssten entsprechend länger arbeiten.
Reaktionen aus der Politik
Südekums Idee stößt auf breite Zustimmung in Berlin. Selbst der Kanzler und Arbeitsministerin Bärbel Bas haben sich positiv geäußert. Der Ökonom zeigt sich erfreut über die Resonanz, betont jedoch, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei.
Kritik und offene Fragen
Kritiker fragen sich, ob die Unterstützung für den Vorschlag so groß ist, weil die Details noch unklar sind. Südekum räumt ein, dass die konkrete Ausarbeitung noch aussteht. Die Altersvorsorgekommission soll bis Ende Juni ihre Vorschläge vorlegen.
Der Ökonom argumentiert, dass eine starre Altersgrenze ungerecht sei. „Warum soll ein Akademiker mit 67 in Rente gehen, wenn er erst mit 30 angefangen hat zu arbeiten?“, fragt Südekum. Sein Modell belohne diejenigen, die früh in den Beruf eingestiegen sind und lange eingezahlt haben.
Auswirkungen auf die Rentenkasse
Experten sehen in dem Vorschlag Potenzial, die Rentenkasse zu entlasten, da Akademiker tendenziell länger arbeiten und einzahlen. Allerdings müssten Übergangsregelungen gefunden werden, um Härtefälle zu vermeiden. Die Diskussion um die Rentenreform wird in den kommenden Wochen intensiv weitergeführt.



