Gevelsberg: Mann bei Felgenverkauf entführt - Täter fordern 15.000 Euro Lösegeld
Gevelsberg: Mann bei Felgenverkauf entführt - 15.000 Euro Lösegeld

Dramatische Entführung bei angeblichem Felgenverkauf in Gevelsberg

Was als harmloser Verkauf von Autofelgen über das Internet begann, entwickelte sich am Donnerstagnachmittag in Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis zu einem brutalen Verbrechen. Zwei Brüder im Alter von 31 und 34 Jahren hatten sich mit Interessenten für 14 Uhr auf einem Garagenhof verabredet, um die Felgen zu übergeben. Statt der erwarteten Käufer tauchten jedoch drei Männer in einem Opel Zafira auf, die behaupteten, aus einem früheren Autoverkauf seien noch Schulden offen.

Eskalation mit Schüssen und Messerangriff

Die Situation eskalierte schnell, als die Unbekannten vom älteren Bruder, einem 34-jährigen Syrer, nach Informationen der Bild-Zeitung 15.000 Euro forderten. Aus dem Streit um die Geldsumme entwickelte sich eine handfeste Auseinandersetzung, bei der auch Fäuste flogen. Oberstaatsanwalt Michael Burggräf bestätigte gegenüber Medien, dass dabei „auch Schüsse in die Luft fielen“.

Die Gewaltspirale drehte sich weiter: Die Täter packten den jüngeren Bruder, verletzten ihn mit einem Messer und zerrten ihn gewaltsam in ein Fahrzeug. Offenbar sollte der 31-Jährige als Druckmittel dienen, um die Zahlung der geforderten 15.000 Euro zu erzwingen. Erst nach dreieinhalb qualvollen Stunden ließen die Entführer ihr Opfer in Witten wieder frei.

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Polizeiliche Großaktion mit Festnahmen

Der leicht verletzte 31-Jährige wurde noch am Abend des Vorfalls von der Polizei vernommen. Ein Familienmitglied teilte mit, dass es dem Mann „soweit gut“ gehe und er bereits wieder arbeite. Was genau in der Zeit der Gefangenschaft geschah, ist laut Oberstaatsanwalt Burggräf nun „Gegenstand der Ermittlungen“.

Noch am Donnerstagabend griffen Spezialeinsatzkräfte der Polizei durch. Drei mutmaßliche Täter wurden zunächst festgenommen. Ein 30-jähriger Deutscher aus Lüdenscheid und ein 34-jähriger Türke aus Datteln wurden am Freitag einem Haftrichter vorgeführt und sitzen nun in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schwere Vorwürfe vor: Geiselnahme, schweren Raub und gefährliche Körperverletzung.

Weitere Ermittlungen und Fahndung

Ein zunächst festgenommener 32-Jähriger ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, da ihm keine Beteiligung nachgewiesen werden konnte. Alle Festnahmen erfolgten unter Beteiligung von Spezialeinheiten der Polizei. Die Ermittler fahnden weiterhin nach einem 35-jährigen mutmaßlichen Beteiligten.

Bei Durchsuchungen stellten die Beamten einen Schlagstock und eine Machete sicher. Ob diese Gegenstände bei der Tat eingesetzt wurden, wird derzeit noch untersucht. Die Kriminalpolizei sicherte am Tatort auf dem „XXL-Garagenpark“ in Gevelsberg umfangreiche Spuren, die nun ausgewertet werden.

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