Der 1. Mai wurde offiziell als überwiegend friedlich eingestuft. Doch ein schockierender Vorfall im Volkspark Friedrichshain offenbart die massive Gewalt, der Polizisten in Berlin täglich ausgesetzt sind. Kaum beachtet wurde die Meldung, dass zwei Beamte am 1. Mai um 16:30 Uhr das Grillverbot im Park durchsetzen wollten. Zehn Personen standen um einen qualmenden Grill. Als die Polizisten die Einstellung des Grillens forderten, gingen die Angreifer geschlossen auf die Beamten los.
Brutaler Angriff auf einen Polizisten
Einer der Angreifer versuchte, einem Polizisten das Pfefferspray zu entreißen. Der Beamte wollte ihn festnehmen und stürzte dabei zu Boden. Laut Polizeibericht schlugen daraufhin „acht Personen“ auf den am Boden liegenden Polizisten ein. Sie traten ihm gegen Kopf und Brust. Ein Täter stach ihm ins Bein, ein anderer biss ihn in den Arm. Unter den Angreifern befand sich auch eine 76-jährige Frau, die mit ihrem Gehstock auf den wehrlosen Beamten einschlug.
Festnahmen und Flucht der Täter
Die Kollegin des verletzten Polizisten rief die Bereitschaftspolizei. Zwei Angreifer im Alter von 40 und 41 Jahren sowie die 76-jährige Schlägerin konnten festgenommen werden. Die Polizei macht keine Angaben zur Identität der drei. Die übrigen Täter entkamen.
Menschenmenge solidarisiert sich mit Angreifern
Damit nicht genug: Eine unüberschaubare Menschenmenge, so der Polizeibericht, solidarisierte sich mit den Angreifern und bedrohte weitere Beamte. Daraufhin musste zusätzliche Bereitschaftspolizei angefordert werden. Der 1. Mai sei zwar überwiegend friedlich verlaufen, doch die Szene aus Friedrichshain zeigt die unerträgliche Gewalt, der Polizisten in dieser Stadt ausgesetzt sind. Niemand fragt nach dem verletzten Beamten, der zusammengeschlagen wurde, als er seinen Dienst tat.
Zahl der Gewalttaten gegen Polizisten steigt
Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 9.819 Polizistinnen und Polizisten im Dienst Opfer einer Gewalttat. Diese Zahl ist alarmierend und zeigt, dass ein Umdenken dringend notwendig ist. So kann es nicht weitergehen.
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