Eine Radfahrerin ist auf einem Radweg in der Uckermark auf mehrere Hakenkreuze gestoßen. Die Frau war am Montag in Christianenhof gestartet und wollte eigentlich eine entspannte Tour nach Zehdenick unternehmen. Doch dann entdeckte sie auf dem alten Bahndamm zwischen Weggun und Krewitz ein großes Hakenkreuz. „Völlig fassungslos habe ich mitten auf dem wunderschönen Radweg ein riesiges Hakenkreuz entdeckt“, berichtete sie. Kurz darauf folgten weitere Symbole, insgesamt zählte sie mindestens acht.
Anzeige erstattet und alte Schmierereien entdeckt
Die Uckermärkerin erstattete noch während der Fahrt Anzeige bei der Polizei. Sie forderte, dass die verbotenen Zeichen umgehend entfernt werden. Wie sich herausstellte, handelt es sich jedoch nicht um neue Schmierereien. Frank Zimmermann, Bürgermeister der Gemeinde Boitzenburger Land, erklärte, dass es in den vergangenen zwei Jahren eine Serie solcher Straftaten auf dem Radweg gegeben habe. Die Täter hätten die Hakenkreuze mit Bitumenfarbe aufgetragen, die von der Gemeinde übermalt wurde. Mit der Zeit sei die Übermalung jedoch abgenutzt, sodass die Symbole wieder sichtbar wurden.
Gemeinde muss erneut handeln
Der Bürgermeister versicherte, dass Gemeindemitarbeiter die Symbole schnellstmöglich erneut überstreichen werden. „So etwas kostet immer wieder Kraft und Geld, das dann woanders fehlt“, sagte er. Am Ende müssten erneut die Steuerzahler dafür aufkommen, solange kein Täter vor Gericht gestellt werde. Die Polizei bestätigte, dass die Zeichen bereits bekannt sind. Im vergangenen Jahr wurden mehr als ein Dutzend Delikte festgestellt, und ein Tatverdächtiger wurde ermittelt. Eine Hausdurchsuchung habe ebenfalls stattgefunden.
Ermittlungen dauern an
Der Fall liegt derzeit bei der Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Eine Sprecherin erklärte, dass die Ermittlungen andauerten und keine weiteren Details mitgeteilt werden könnten. Die Radfahrerin erreichte ihr Ziel Zehdenick trotz des Schocks. „Es macht mir Angst, dass so etwas in unserem Land möglich ist“, sagte sie. Sie hoffe, dass Berichte wie dieser die Menschen sensibilisieren, dass das Verbreiten verbotener Nazi-Symbolik kein Kinderstreich sei. „In der Hoffnung, dass dann mehr passiert, als bei der unsäglichen Geschichte mit dem rosa Dreieck.“



