Niels Högel: Mindesthaftzeit von 28 Jahren bestätigt – Keine frühere Entlassung
Högel: Mindesthaftzeit 28 Jahre bestätigt

Mindesthaftzeit von 28 Jahren für Niels Högel bestätigt

Der ehemalige Krankenpfleger Niels Högel, der wegen der Tötung zahlreicher Patienten verurteilt wurde, muss mindestens 28 Jahre seiner lebenslangen Freiheitsstrafe verbüßen. Das Landgericht im niedersächsischen Oldenburg hat einen Antrag auf Verkürzung dieser Mindesthaftzeit abgelehnt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, Högel kann sofortige Beschwerde beim Oberlandesgericht Celle einlegen.

Hintergrund der Gerichtsentscheidung

Högel, der sich seit 2009 im Strafvollzug befindet, wurde im Jahr 2019 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im August 2022 hatte er bereits 15 Jahre Haft verbüßt, wobei Untersuchungshaft angerechnet wurde. Damals zog er einen Antrag auf Haftentlassung zurück. Im Jahr 2025 stellte er dann einen Antrag auf Bestimmung der Mindestverbüßungsdauer, der nun abgewiesen wurde.

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit der besonderen Schwere der Schuld Högels. Bei der Prüfung wurden folgende Faktoren berücksichtigt:

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  • Die Umstände der Taten, insbesondere die außerordentlich hohe Zahl der Morde.
  • Die Persönlichkeit und Entwicklung des Verurteilten seit seiner letzten Verurteilung.

Details zur Mordserie und rechtlichen Konsequenzen

Högel hatte zwischen 2000 und 2005 auf Intensivstationen in Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst Patienten mit Medikamenten vergiftet, um sie anschließend wiederzubeleben. Viele der Opfer starben dabei. In mehreren Prozessen zwischen 2006 und 2019 wurde er wegen des Mordes an insgesamt 85 Patienten verurteilt.

Die Mindesthaftdauer von 28 Jahren bedeutet nicht, dass Högel danach automatisch entlassen wird. Sie stellt lediglich einen Rahmen für die weitere Vollstreckung dar. Bevor eine mögliche Entlassung in Betracht gezogen werden kann, muss geprüft werden, ob Högel weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Dazu wird ein psychiatrisches Sachverständigengutachten erstellt.

Historischer Kontext und Aufarbeitung

Das Ausmaß der Mordserie wurde trotz früherer Verdachtsmomente erst mit jahrelanger Verspätung vollständig bekannt. Dieser Fall hat zu umfassenden Diskussionen über Sicherheitsmaßnahmen in Krankenhäusern und die Aufarbeitung von Kriminalität im Gesundheitswesen geführt. Die Entscheidung des Landgerichts unterstreicht die Schwere der Verbrechen und die Notwendigkeit einer langen Haftzeit zur Wahrung der Gerechtigkeit.

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