Bonusprinz Høiby: Hunderte Kontaktverbots-Verstöße trotz Gewaltvorwürfen
Høiby: Hunderte Verstöße gegen Kontaktverbot

Bonusprinz Høiby: Hunderte Kontaktverbots-Verstöße trotz Gewaltvorwürfen

Der norwegische "Bonusprinz" Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, steht wegen schwerer Vorwürfe häuslicher Gewalt vor Gericht. Während der laufenden Ermittlungen soll der 29-Jährige jedoch Hunderte Male gegen ein ausgesprochenes Kontaktverbot zu seiner Ex-Freundin verstoßen haben. Dies berichtet die Zeitung "Verdens Gang" aus dem aktuellen Prozess in Oslo.

Gewalttätiger Vorfall als Auslöser der Ermittlungen

Auslöser der Ermittlungen war ein gewalttätiger Vorfall in der Wohnung der Frau Anfang August 2024. Høiby soll dort seine damalige Freundin gewürgt, ein Messer in die Wand geschmettert und einen Kronleuchter von der Decke gerissen haben. Anschließend trampelte er auf dem zerstörten Leuchter herum. Trotz dieser schweren Vorfälle und wiederholter gewalttätiger Ausbrüche in der Beziehung riss der Kontakt zwischen beiden nie vollständig ab.

Systematische Umgehung des Kontaktverbots

Das Kontaktverbot schien für Høiby kaum existent zu sein. Er schickte seiner Ex-Freundin Blumen, rief sie regelmäßig an und traf sich heimlich mit ihr. In einem besonders extremen Fall soll er die Frau, nachdem sie den Kontakt abgebrochen hatte, 172 Mal angerufen und ihr Nachrichten geschrieben haben. Selbst während des bereits laufenden Gerichtsverfahrens schickte Høiby seiner Ex-Freundin zum Valentinstag über einen Freund Blumen und einen persönlichen Brief.

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Komplexe emotionale Abhängigkeit

Die mutmaßliche Opferin schilderte vor Gericht eine tiefe emotionale Abhängigkeit von Høiby. Sie beschrieb, wie sich ihre Grenzen des Aushaltbaren durch sein Verhalten immer weiter verschoben hätten. Besonders gefährlich sei Høiby unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol geworden - dann habe er sich wie der "Hulk" benommen, mit rasender Eifersucht und groben Beschimpfungen.

Gericht lehnt Aufhebung des Besuchsverbots ab

Interessanterweise bat die Frau selbst im Dezember 2025 die Polizei darum, das gegen Høiby verhängte Besuchsverbot aufzuheben. Diesem Antrag wurde jedoch nicht stattgegeben. In den Monaten vor Prozessbeginn Anfang Februar hätten die beiden fast täglich Zeit miteinander verbracht, wie Høiby vor Gericht zugab. "Wir haben sehr viel zusammen unternommen und uns Dinge ausgedacht, um uns zu beruhigen", sagte der Angeklagte, dem bei seiner Aussage mehrfach die Tränen kamen.

Prozess offenbart toxische Beziehungsdynamik

Der Fall offenbart eine äußerst problematische Beziehungsdynamik, in der Gewalt, emotionale Abhängigkeit und die systematische Umgehung rechtlicher Beschränkungen ineinandergreifen. Trotz der schweren Vorwürfe und des offiziellen Kontaktverbots setzten beide die Beziehung fort, was die Komplexität von häuslicher Gewalt und den Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Schutzmaßnahmen deutlich macht.

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