ICE-Anschlagdrohung in Siegburg: Böller-Explosionen verletzen zwölf Fahrgäste leicht
Mitten in der Oster-Reisewelle hat ein Mann in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und pyrotechnische Gegenstände gezündet. Zwölf Fahrgäste wurden dabei leicht verletzt, wie die Polizei Siegburg mitteilte. Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagabend im ICE 19 auf dem Weg nach Frankfurt am Main.
Pyrotechnische Gegenstände mit Kunststoffkugeln gefüllt
Ein 20-jähriger Tatverdächtiger warf laut Zeugenaussagen im Zugabteil sogenannte Softair-Böller, die mit Kunststoffkugeln gefüllt waren. Die verletzten Personen erlitten unter anderem Knalltraumata und leichte Hautverletzungen, berichteten Sprecher der Bundespolizei und der Siegburger Polizei. Die meisten der rund 150 Reisenden kamen jedoch mit dem Schrecken davon.
Der Mann soll explizit mit einem Anschlag gedroht und einen Messer im Rucksack gehabt haben. Die Motive des Tatverdächtigen sind noch unklar und werden derzeit intensiv ermittelt. Nach den ersten Explosionen zog sich der 20-Jährige auf eine Zugtoilette zurück, wo ihn ein aufmerksamer Fahrgast einschloss, bis der Zug am Bahnhof Siegburg eintraf.
Massiver Polizeieinsatz mit schwer bewaffneten Beamten
Die Bundespolizei rückte mit schwer bewaffneten Einsatzkräften an und evakuierte den gesamten ICE. Der Tatverdächtige wurde am Bahnhof festgenommen und befindet sich nun in Gewahrsam. Der Zug wurde vorsichtshalber komplett durchsucht und blieb zunächst am Gleis stehen, um alle Sicherheitsmaßnahmen durchführen zu können.
Die Feuerwehr versorgte die evakuierten Fahrgäste, von denen viele als Urlaubsreisende mit Gepäck auf dem Bahnsteig ausharren mussten. Die anfängliche Meldung über Schüsse im Zug stellte sich nach polizeilichen Untersuchungen als Knallgeräusche von Feuerwerkskörpern heraus.
Erhebliche Beeinträchtigungen im Zugverkehr
Der Zwischenfall hatte spürbare Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der Nacht zum Karfreitag:
- Das betroffene Gleis am Bahnhof Siegburg wurde vorübergehend gesperrt
- Fernverkehrszüge zwischen Köln und Frankfurt mussten umgeleitet werden
- Es kam zu Verspätungen von bis zu drei Stunden
- Die Strecke zwischen Hennef (Sieg) und Troisdorf war zeitweise komplett gesperrt
- Regionalexpress-Züge und S-Bahnen der Linie Köln waren betroffen
Die Sperrungen wurden kurz nach Mitternacht wieder aufgehoben, doch die Nachwirkungen des Vorfalls beeinflussten den Reiseverkehr während der Osterfeiertage noch spürbar. Die Bundespolizei und die Siegburger Polizei setzen ihre Ermittlungen fort, während die Bahn ihre Sicherheitsprotokolle überprüft.



