ICE-Anschlagsdrohung in Siegburg: Staatsschutz prüft politisches Motiv nach Sprengvorfällen
ICE-Anschlagsdrohung in Siegburg: Politisches Motiv geprüft

Großeinsatz in Siegburg nach Anschlagsdrohung im ICE

Ein schockierender Vorfall hat am Donnerstagabend den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen erschüttert. In einem ICE von Aachen nach Frankfurt drohte ein 20-jähriger Deutscher laut Polizeiangaben mit einem Anschlag und zündete zwei Sprengvorrichtungen. Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor dem langen Osterwochenende und führte zu einem Großeinsatz der Sicherheitskräfte am Bahnhof Siegburg.

Mindestens zwölf Verletzte bei Sprengvorfällen

Bei den Explosionen wurden mindestens zwölf Menschen leicht verletzt. Ein Fahrgast erlitt vermutlich ein Knalltrauma und wurde vorübergehend in ein Bonner Krankenhaus eingeliefert, konnte aber kurze Zeit später wieder entlassen werden. Die meisten der etwa 180 Passagiere kamen laut Bundespolizei mit dem Schrecken davon, erlitten jedoch teilweise leichte, oberflächliche Hautverletzungen.

Andere Reisende setzten den Verdächtigen auf der Zugtoilette fest, bis Bundespolizisten am Siegburger Bahnhof eintrafen und den 20-Jährigen aus Aachen festnahmen. Der gesamte Zug musste geräumt werden, wobei viele der betroffenen Fahrgäste Urlaubsreisende mit Gepäck waren.

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Staatsschutz prüft politisches Motiv

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und der Staatsschutz der Bonner Polizei haben die Ermittlungen übernommen. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft erklärte: „Aufgrund der vorgefundenen Beweismittel und der bisherigen Erkenntnisse über die Person kann ein politisches Motiv derzeit nicht ausgeschlossen werden.“ Nähere Angaben zum Verdächtigen und zu den konkreten Beweismitteln machten die Ermittler zunächst nicht.

Die Behörden ermitteln unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie wegen Verstößen gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz. Derzeit werden die Spuren vom Tatort und die gezündeten Gegenstände forensisch untersucht.

Details zu den gefundenen Gegenständen

Bei der Durchsuchung des Festgenommenen fanden die Einsatzkräfte:

  • Zwei Messer
  • Eine Maske
  • Zwei frei verkäufliche Rauchkörper

Zunächst waren um 20:55 Uhr vermeintliche Schüsse im ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet worden. Später stellte sich heraus, dass die entzündeten Gegenstände die Knallgeräusche verursacht hatten. Die Polizei sprach zunächst von Pyrotechnik, die Bundespolizei von sogenannten Softair-Böllern. Nach aktuellen Ermittlungserkenntnissen handelte es sich jedoch um Sprengvorrichtungen.

Folgen für den Bahnverkehr und Betreuung der Opfer

Der Vorfall hatte erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Bahnverkehr:

  1. Der Zug und das betroffene Gleis wurden komplett gesperrt und untersucht
  2. Der Zugverkehr in der Region war vorübergehend eingeschränkt
  3. Später konnten Gleis und Zug wieder freigegeben werden

Die betroffenen Passagiere wurden in einer nahegelegenen Turnhalle von der Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut. Der 20-Jährige blieb am Freitag zunächst im Polizeigewahrsam, während die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat weiter intensiviert wurden.

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