Neues Feuerwehrhaus für Golm: Nach 70 Jahren endlich Ersatz für marodes Gebäude
In der Gemeinde Groß Miltzow bei Woldegk steht ein wichtiger Neubau für den Brandschutz bevor. Das über 70 Jahre alte Feuerwehrgerätehaus in Golm, das noch aus den 1950er Jahren stammt, soll durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Das bestehende Gebäude ist längst nicht mehr zeitgemäß und behindert die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr erheblich.
Ministerpräsident bringt Förderzusage mit
Bei seinem Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Golm überbrachte Ministerpräsident Christian Pegel (SPD) nicht nur gute Laune, sondern auch eine konkrete Zusage. Das Land gewährt eine Förderung in Höhe von 720.000 Euro für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Diese Nachricht wurde von den Kameraden der Feuerwehr mit großer Erleichterung aufgenommen, denn die Zustände im alten Gebäude sind prekär.
Ortswehrführer Mathias Weitz berichtete dem Minister von den gravierenden Mängeln: „Das alte Feuerwehrhaus hat keine Heizung, keine Sanitäranlagen und zu wenig Umkleiden.“ Die Feuerwehrleute mussten in den vergangenen Jahren regelmäßig improvisieren, um ihren Dienst überhaupt ausüben zu können.
Millimeterarbeit beim Ausrücken
Die Enge des alten Gebäudes stellt ein ernsthaftes Problem dar. Mehrfach musste der Boden im Gerätehaus abgetragen werden, damit das Feuerwehrfahrzeug überhaupt hineinpasst. Beim Herausfahren des Leiterfahrzeuges wird deutlich, wie knapp die Platzverhältnisse sind. Der Abstand zur Decke ist so minimal, dass es beim Herausfahren fast so aussieht, als würde das Fahrzeug in Zeitlupe an der Decke schrammen.
Normalerweise muss die Feuerwehr bei einem Brand schnell ausrücken können, doch in Golm ist dies aufgrund der beengten Verhältnisse zur Millimeterarbeit geworden. Die Kameraden müssen sich regelrecht ins Fahrzeug quetschen, weil die Abstände zu den Wänden extrem gering sind.
Zeitdruck für die Gemeinde
Die Freude über die Förderzusage wird jedoch durch einen erheblichen Zeitdruck getrübt. Die Gemeinde Groß Miltzow muss innerhalb von nur drei Monaten einen erheblichen Eigenanteil für den Neubau bereitstellen und die Baugenehmigung sichern. Die Gesamtkosten für das neue Feuerwehrgerätehaus belaufen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro.
Bürgermeisterin Elvira Janke zeigt sich optimistisch: „Das finanzielle Polster ist im Gemeindehaushalt eingeplant.“ Auch Sebastian Busse, stellvertretender Bürgermeister und Gemeindewehrführer, betont: „Wir sind sofort beschlussfähig.“
Serienbau beschleunigt den Prozess
Um die Kosten zu minimieren und den Bau zu beschleunigen, wird das neue Feuerwehrgerätehaus als Serienproduktion gefertigt. Es wird über zwei Tore und zwei Stellplätze verfügen. Ministerpräsident Pegel gab Aussicht auf einen regelrechten Baumarathon: „Alle vier Wochen soll ein neues Haus entstehen.“
Von diesem Programm profitieren mehrere kleine Feuerwehren in der Region, darunter auch die Altstrelitzer Feuerwehr. Insgesamt sollen 58 neue Feuerwehrhäuser im Akkord entstehen. Das Land hat sich dafür einen erfahrenen Planer aus Vorpommern-Rügen ins Boot geholt, der bundesweit Feuerwehrhäuser „von der Stange“ baut.
Enger Zeitplan bis August
Der Zeitplan ist ambitioniert: Der Bauantrag muss spätestens im Juli gestellt werden, da die Bearbeitungsdauer sechs bis acht Wochen beträgt. Der Bau selbst soll bereits im August starten. Zuvor muss das über 70 Jahre alte Feuerwehrgerätehaus noch abgerissen werden. Die Sirene wollen die Kameraden in Eigeninitiative versetzen.
Für Ortswehrführer Mathias Weitz könnte damit ein langgehegter Traum Realität werden: „Im Jahr 2011 haben die Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus noch unter dem alten Wehrführer begonnen.“ Jetzt, 15 Jahre später, steht der Neubau endlich unmittelbar bevor – vorausgesetzt, die Gemeinde kann die engen Fristen einhalten.



