Saisonauftakt in Bresch: Fahrertag nach zweijähriger Pause erfolgreich gestartet
Nach einer zweijährigen Unterbrechung fand am Karfreitag endlich wieder der traditionelle Fahrertag des Reit- und Fahrvereins Bresch statt. Die 18. Auflage der Veranstaltung markierte den gelungenen Saisonauftakt für Pferdeliebhaber aus der Region und darüber hinaus.
Aufregende Premiere für junge Pferde
Für das sechsjährige Deutsche Reitpony HS Beaches bedeutete der Tag eine aufregende Premiere. Fahrerin Andrea Emmerich aus Viesecke nutzte den Fahrertag, um ihr junges Pony erstmals an einer solchen Veranstaltung teilnehmen zu lassen. „Mit Menschen, die klatschen und mit Musik – das kannte er alles noch gar nicht“, erklärte Emmerich. Da am Karfreitag in Deutschland keine Wettbewerbsveranstaltungen stattfinden dürfen, konnte das Pony den abwechslungsreichen Parcours ohne Leistungsdruck erkunden.
Die mehrminütige Fahrt führte durch Senken zwischen Bäumen, über Hügel, zwischen Holzzäunen hindurch, durch einen kleinen Tunnel und eine Wasserfurche. „Das war sehr aufregend für das Pony“, berichtete die Fahrerin. Noch eine Stunde nach der Fahrt stand HS Beaches schwitzend und zitternd im Pferdewagen und verarbeitete die neuen Eindrücke. „Für den Anfang ist dieser Fahrertag in Bresch einfach perfekt. Schließlich muss es so eine Atmosphäre kennenlernen“, so Emmerich.
Abwechslungsreicher Parcours begeistert Fahrer
Ebenso zufrieden zeigte sich Tobias Fitz vom SV Blumenthal/Grabow. Der Pritzwalker ist erst seit dem vergangenen Jahr mit seinen beiden fünf und sechs Jahre alten Welsh-Ponys Safira und Stürmer auf Turnieren unterwegs. „Die langen Wege, kurze Hindernisse, es geht hoch und runter, das ist sehr gut für meine jungen Ponys“, lobte er den abwechslungsreichen Parcours. Fitz, der im vergangenen Jahr Dritter der Prignitzer Kreismeisterschaft wurde, wechselt in dieser Saison aus nicht näher erläuterten „Unstimmigkeiten“ in den Ostprignitzer Verband.
Zu den Teilnehmern mit der weitesten Anreise gehörte Hanno Olke aus Seehausen in der Altmark. Auf Empfehlung eines Freundes nahm er erstmals am Brescher Fahrertag teil. „So ein Tag ist Training für unsere Tiere, es soll einfach Spaß machen. Bei den großen Turnieren geht es nur noch um Profit“, sagte er und ergänzte: „Hier ist es ein bisschen wie in DDR-Zeiten, da wurde auch zusammengehalten. Die Fahrer helfen sich untereinander.“
Gemeinschaftsgeist und ein besonderer Pokal
Tatsächlich war der Gemeinschaftsgeist deutlich spürbar. Als Henning und Dörte Franke mit ihren Welsh-Ponys Lissy und Susi Probleme mit ihrer eigenen Peitsche hatten, liehen sie sich kurzerhand eine von Andrea Emmerich aus. Mit dieser Gast-Peitsche absolvierten sie die Große Runde, die auch durch ein kleines Waldstück zwischen eng gepflanzten Bäumen führte, am schnellsten und sicherten sich damit den begehrten „Rudi Banik-Gedächtnispokal“.
Während die Pferde und Ponys eine Pause einlegten, kam auch der Nachwuchs nicht zu kurz. Für die Kinder organisierte der Verein eine Osternestsuche auf dem Parcours, bei dem der Osterhase Süßigkeiten versteckt hatte.
Neustart mit 150 Besuchern trotz kühlem Wetter
Organisatorin Britta Banik, Tochter des langjährigen Organisators und Pokalnamensgebers Rudi Banik, hatte sich zwar „200-300 Gäste“ erhofft, zeigte sich aber mit dem Verlauf dennoch sehr zufrieden. Nach der zweijährigen Pause aus organisatorischen Gründen und angesichts des für die Fahrer und Pferde idealen, für Zuschauer aber weniger angenehmen Wetters – bewölkter Himmel, kühler Wind bei zehn Grad Celsius – war mit den rund 150 Besuchern ein gelungener Neustart gelungen.
Die Besucher, die vor allem aus Bresch und Reetz kamen, einige sogar zu Fuß oder mit dem Fahrrad, klatschten für die Sieger, unterhielten sich und genossen die kulinarischen Angebote wie Bratwurst, Kartoffelsuppe sowie verschiedene selbst gebackene Kuchen und Quiches. Der 18. Fahrertag in Bresch hat damit nicht nur die Reit- und Fahrsaison erfolgreich eröffnet, sondern auch bewiesen, dass die Tradition und der Gemeinschaftsgeist in der Pferdesport-Szene der Prignitz lebendig bleiben.



