Feuerwehrhäuser in Mecklenburg erhalten Millionen-Förderung für Modernisierung
Die Feuerwehrhäuser in Kruckow und Penzlin in der Mecklenburgischen Seenplatte entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen des Brandschutzes. Daher stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern nun erhebliche Fördergelder in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro für dringend notwendige Baumaßnahmen zur Verfügung. Innenminister Christian Pegel (SPD) besuchte kürzlich beide Standorte, um die Pläne zu besichtigen und die Unterstützung des Landes zu bekräftigen.
Kruckow: Neubau als Musterfeuerwehrhaus geplant
Das Feuerwehrgerätehaus in Kruckow, das seit 1946 genutzt wird, weist zahlreiche gravierende Mängel auf, wie das Amt Penzliner Land mitteilt. Besonders kritisch sind die unzureichenden Stellplätze, deren Maße und Torgrößen nicht den modernen Anforderungen entsprechen. Der Ausfahrtsbereich ist zu klein dimensioniert, was im Einsatzfall zu gefährlichen Verzögerungen führen könnte. Zudem fehlen grundlegende sanitäre Einrichtungen wie getrennte Umkleiden für Frauen und Männer sowie Duschen. Eine erhebliche Stolpergefahr besteht durch Stufen auf den Laufwegen, die die Sicherheit der Einsatzkräfte beeinträchtigen.
Der bauliche Zustand des gesamten Gebäudes wird als mangelhaft eingestuft, sodass ein Neubau unumgänglich ist. Die Gemeinde erhält dafür eine Förderzusage in Höhe von 900.000 Euro, was etwa 75 Prozent der Gesamtkosten abdeckt. Die verbleibenden Aufwendungen für Grundstück, Erschließung und Außenanlagen muss die Gemeinde aus eigenen Mitteln finanzieren. Mit dem Neubau soll in Kruckow ein modernes Musterfeuerwehrhaus entstehen, das zukünftige Standards setzt.
Penzlin: Umbau für wachsende Personalstärke notwendig
In Penzlin steht hingegen ein umfangreicher Umbau des 1999 errichteten Feuerwehrgerätehauses an. Bürgermeister Sven Flechner (parteilos) erklärt, dass die Feuerwehr personell gewachsen ist und die bestehenden Umkleideräume für beide Geschlechter nicht mehr ausreichen. Hinzu kommt die gesetzliche Vorgabe, dass Dienstkleidung von privater Kleidung getrennt aufbewahrt werden muss, was derzeit nicht gewährleistet ist. Die geschätzten Kosten für den Umbau belaufen sich auf etwa 1 Million Euro, wobei das Land eine Förderung von 500.000 Euro in Aussicht stellt.
Flechner betont, dass diese Kostenschätzung eher knapp bemessen ist und weitere Investitionen erforderlich sein könnten. Für den Bau einer zusätzlichen Fahrzeughalle, die ebenfalls dringend benötigt wird, sollen später separate Förderanträge gestellt werden. Die Maßnahmen in Penzlin zielen darauf ab, das Gebäude an die sich ständig weiterentwickelnden Ansprüche im Feuerwehrwesen anzupassen und so die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern.
Die Förderinitiative des Landes unterstreicht die Bedeutung einer modernen Infrastruktur für den Brandschutz in ländlichen Regionen. Durch die geplanten Baumaßnahmen in Kruckow und Penzlin werden nicht nur die Sicherheitsstandards verbessert, sondern auch die Attraktivität des Ehrenamts in den Feuerwehren gesteigert. Die Gemeinden stehen nun vor der Aufgabe, die Projekte zügig umzusetzen, um die bereitgestellten Mittel effektiv zu nutzen und die Feuerwehrhäuser fit für die Zukunft zu machen.



