Imbisswagen-Streit in Grabow eskaliert: Verkäufer landet auf Motorhaube
Ein kurioser und zugleich gefährlicher Vorfall hat sich am vergangenen Donnerstag auf dem Parkplatz eines Discounters in Grabow ereignet. Was als harmloses Warten begann, entwickelte sich durch ein Missverständnis zwischen einem Imbisswagenverkäufer und einer Autofahrerin zu einem Polizeieinsatz mit ungewöhnlichen Folgen.
Missverständnis führt zu gefährlicher Situation
Gegen 9 Uhr bereitete der Imbisswagenverkäufer seinen Grill vor und wartete in der Fahrerkabine, bis das Gerät vorgeheizt war. In unmittelbarer Nähe parkte eine Frau ihr Auto und vertrieb sich die Zeit an ihrem Smartphone. „Da die Frau das Handy direkt auf den Imbisswagen gerichtet hatte, ging der Verkäufer davon aus, dass sie Fotos von ihm machte“, erklärt Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust. Dieser Irrtum sollte fatale Konsequenzen haben.
Der Mann wollte die Frau zur Rede stellen, doch es kam zu Verständigungsschwierigkeiten. „Die Frau fühlte sich bedroht und beschloss, die Situation zu verlassen“, so Küchler weiter. Als sie losfuhr, überfuhr sie dem Verkäufer den Fuß. In seiner Not befreite er sich und legte sich auf die Motorhaube ihres Fahrzeugs, um sie an der Weiterfahrt zu hindern.
Zehn Meter auf der Motorhaube
Doch die Frau setzte ihre Fahrt fort und nahm den Mann etwa zehn Meter auf der Motorhaube mit. Erst nachdem er mehrmals heftig auf die Windschutzscheibe klopfte, hielt sie an und alarmierte die Polizei. Die Beamten trafen schnell am Ort des Geschehens ein und begannen mit den Ermittlungen.
Zur Klärung des Vorfalls sichteten die Polizisten das Smartphone der Frau. „Es konnten keine Bilder von dem Mann in der Fahrerkabine gefunden werden, auch nicht im Papierkorb. Allerdings gab es ein Foto von ihm auf der Motorhaube ihres Fahrzeugs“, berichtet Küchler. Die Frau gab an, lediglich gewartet zu haben, bis der Imbisswagen öffnete, und in dieser Zeit mit einer Freundin telefoniert zu haben.
Anzeigen gegen beide Beteiligten
Vor Ort wurde bei der Frau eine Atemalkoholkontrolle durchgeführt, die 0,0 Promille ergab. Dennoch wurde gegen sie eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen. „Die Frau wiederum stellte Anzeige gegen den Verkäufer wegen Sachbeschädigung“, erklärt der Polizeileiter. Der Mann lehnte eine medizinische Versorgung vor Ort ab, obwohl er sich bei dem Vorfall verletzt hatte.
Die Polizei betont, dass es sich bei dem gesamten Vorfall wahrscheinlich um ein bedauerliches Missverständnis handelt, das jedoch zu einer gefährlichen Situation eskalierte. Beide Parteien zeigten sich nach der Aufklärung durch die Beamten einsichtig, doch die rechtlichen Konsequenzen müssen nun abgewartet werden.



