Cold Case Inga Gehricke: Polizei startet neue Aktion zum Tag des vermissten Kindes
Inga Gehricke: Neue Polizeiaktion zum Tag des vermissten Kindes

Seit elf Jahren fehlt von Inga Gehricke jede Spur. Die damals Fünfjährige verschwand am 2. Mai 2015 bei einem Familienausflug nahe Uchtspringe. Es folgten großangelegte Suchaktionen – bisher ohne Erfolg. Nun will die Polizei den Fall erneut ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

Neue Öffentlichkeitsfahndung zum Tag des vermissten Kindes

Wie Ende April 2026 bekannt wurde, plant die Polizei Halle für den 25. Mai, den Tag des vermissten Kindes, eine großangelegte Öffentlichkeitsfahndung. Dabei arbeitet sie eng mit dem Bundeskriminalamt (BKA) zusammen, um den Fall erneut ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen. Neben den Fahndungskanälen des BKA soll es eine neue Kampagne mit Plakaten geben. Auch die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ... ungelöst soll den Fall erneut vorstellen, der genaue Sendetermin steht jedoch noch aus.

Vergangene Suchaktionen und Ermittlungen

Seit Mai 2023 arbeitet eine Ermittlergruppe der Polizeiinspektion Halle im Cold Case Inga Gehricke. Sie hat rund 4.000 Spuren digital erfasst und neu bewertet. Dazu gehören auch Suchaktionen auf dem mehr als 2.000 Hektar großen Areal bei Wilhelmshof. Am 16. März 2026 durchsuchten 70 Beamte der Landesbereitschaftspolizei das Gebiet nach Kleidungsresten und anderen Spuren. Es war bereits die 16. Suchaktion dieser Art in zwei Jahren. Dank verbesserter Technik können die Ermittler heute systematischer vorgehen als vor elf Jahren.

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Private Initiativen und neue Theorien

Seit Jahren bemüht sich ein Team aus Anwälten und Privatdetektiven pro bono um die Aufklärung. Im Dezember 2023 fanden spezialisierte Spürhunde aus dem Saarland Knochen, die sich jedoch als tierische Überreste herausstellten. Im November 2024 startete der Smoothie-Hersteller True Fruits eine Kampagne mit Bildern von Inga auf Flaschen, die über 40 neue Hinweise brachte.

Kritik an Ermittlungen und Gutachterin

Im April 2025 enthüllte eine MDR-Dokumentation, dass eine Psychologin, die 2016 mit einer Analyse beauftragt wurde, mit dem damaligen Ermittlungsleiter liiert war. Der Anwalt der Familie zweifelt an der Unabhängigkeit des Gutachtens. Zudem stellte Professor Dirk Labudde von der Hochschule Mittweida die Theorie auf, dass Inga möglicherweise angesprochen wurde und freiwillig mitging – dies sei jedoch reine Spekulation.

Chronik des Falls

2. Mai 2015: Inga verschwindet bei einem Familienausflug im Diakoniewerk Wilhelmshof. Trotz massiver Suche mit 1.000 Helfern und Hubschraubern bleibt sie verschwunden. Im Juni 2015 setzt die Polizei eine Belohnung von 25.000 Euro aus. Im September 2019 wird eine Prüfgruppe nach elf Tagen wieder aufgelöst. Im Juni 2020 prüfen die Ermittler mögliche Verbindungen zum Maddie-Verdächtigen Christian B., stellen die Ermittlungen aber schnell ein. Seit 2023 gibt es regelmäßige Suchaktionen, jedoch ohne Erfolg.

Der Fall Inga Gehricke bleibt weiterhin ungelöst. Die Polizei hofft, mit der neuen Kampagne entscheidende Hinweise zu erhalten.

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