Irrer Gefängnisausbruch in Frankreich: Falsche Polizisten befreien gefährlichen Häftling
Irrer Gefängnisausbruch: Falsche Polizisten befreien Häftling

Irrer Gefängnisausbruch in Frankreich: Falsche Polizisten befreien gefährlichen Häftling

Ein spektakulärer Gefängnisausbruch in Frankreich sorgt für Aufsehen und massive Kritik am Justizsystem. Im Gefängnis von Villepinte im Norden von Paris gelang es zwei falschen Polizisten, einen als besonders gefährlich eingestuften Häftling zu befreien. Der Betrug flog erst 48 Stunden später auf.

Das Täuschungsmanöver im Detail

Am Samstag erschienen zwei Männer am Empfang der Haftanstalt von Villepinte. Sie gaben sich als Polizeibeamte aus und legten einen gefälschten Vorführbefehl eines Untersuchungsrichters vor. Die Dokumente wirkten täuschend echt, sodass die Gefängnisverwaltung den Häftling Ilyas Kherbouch, genannt "Ganito", ohne weitere Rückversicherung bei der Justizbehörde herausgab.

Erst am Montagabend kam die Täuschung ans Licht. Bei einer internen Überprüfung stellte sich heraus, dass es keinen entsprechenden richterlichen Termin gegeben hatte. Zu diesem Zeitpunkt war der 20-jährige Kherbouch bereits spurlos verschwunden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wer ist der geflohene Häftling?

Bei dem Geflohenen handelt es sich um Ilyas Kherbouch, der als Intensivtäter gilt und eine siebenjährige Haftstrafe verbüßte. Er wurde 2024 wegen eines gewaltsamen Überfalls auf den italienischen Sternekoch Simone Zanoni verurteilt. Zudem steht er im Verdacht, eine zentrale Rolle bei einem brutalen Raubüberfall auf den früheren PSG-Torwart Gianluigi Donnarumma gespielt zu haben.

Massive Kritik am Justizsystem

Der Vorfall hat zu heftiger Kritik am französischen Justizsystem geführt. Ein Vertreter der Gefängnisgewerkschaft bezeichnete das System als "archaisch", da Papierdokumente noch immer als ausreichender Nachweis gelten. Mit moderner Technik lassen sich solche Schreiben leicht fälschen.

Die Gefängnisverwaltung hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Künftig sollen bei Vorführungen verpflichtend zusätzliche Rückbestätigungen bei den zuständigen Gerichten eingeholt werden. Die Fahndung nach dem 20-Jährigen läuft derweil auf Hochtouren.

Dieser Vorfall zeigt einmal mehr die Schwachstellen in Sicherheitsprotokollen und unterstreicht die Notwendigkeit von modernisierten Verfahren im Justizwesen. Die französischen Behörden stehen unter Druck, solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern und die Sicherheit in Gefängnissen zu erhöhen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration