Gerichtsprozess in Hamburg: Kampfhund attackiert Zweijährige im Bett - Besitzer angeklagt
Kampfhund attackiert Kind: Besitzer vor Gericht in Hamburg

Schockierende Hundattacke in Hamburg: Zweijährige schwer verletzt

Im Amtsgericht Hamburg-Wandsbek findet derzeit ein Prozess statt, der selbst gestandene Polizeibeamte emotional mitnimmt. Ein American Staffordshire Terrier namens Rocky griff am 6. Juni 2022 ein zweijähriges Mädchen in dessen Bett an und verletzte das Kind lebensgefährlich. Der Besitzer des Hundes, Mehmet A. (32), muss sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Der Vorfall: Minutenlanger Angriff im Schlafzimmer

Der Angeklagte befand sich im Urlaub, als seine Mutter in Hamburg sowohl auf den Kampfhund als auch auf die zweijährige Nichte aufpasste. Gegen 14:19 Uhr wachte das Mädchen auf und rief. Als die Frau ins Schlafzimmer ging, stürmte der Hund an ihr vorbei und verbiss sich sofort im Kopf des Kleinkindes. Der Angriff dauerte mehrere Minuten, bevor Polizeibeamte den Hund mit Gewalt von dem Kind trennen konnten.

Ein Polizeieinsatzführer schilderte vor Gericht mit bewegter Stimme: „Der ganze Kopf steckte im Maul des Hundes. Eine Kollegin warnte mich: Schau es dir nicht an. Das Gesicht ist halb weggerissen.“ Ein Beamter warf dem Tier eine Decke über und trat darauf ein, um den Hund vom Kind zu lösen – eine Handlung, die nach Aussage der Ermittler das Leben des Mädchens rettete.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vorgeschichte: Bereits frühere Attacke dokumentiert

Im Prozess kam zutage, dass der Hund bereits 2019 ohne erkennbaren Grund ein siebenjähriges Mädchen an Hand und Ohr gebissen hatte. Nach diesem Vorfall zog der Besitzer von Hamburg nach Brokdorf an der Elbe in Schleswig-Holstein, wodurch er offenbar der Kontrolle der Hamburger Behörden entging.

Der Angeklagte ließ durch seinen Verteidiger erklären: „Ich habe einen schweren Fehler gemacht.“ Er gab an, aktiv daran gearbeitet zu haben, den Hund „gesellschaftsfähig“ zu machen, unter anderem durch Besuche bei zwei Hundepsychologen und Zughundesport. Als er in den Urlaub flog und den Hund bei seiner Mutter ließ, dachte er: „Es wird schon alles gut gehen, wenn ich ihr Hinweise gebe.“

Folgen und Fortgang des Verfahrens

Der Kampfhund Rocky wurde nach der Attacke eingeschläfert. Die zweijährige Überlebende erlitt schwerste Verletzungen, deren Ausmaß im Gerichtssaal nur angedeutet wurde. Der Prozess, der bereits für emotionale Momente sorgte, wird am 21. April 2026 fortgesetzt. Die Anklage wirft dem Besitzer vor, die Gefährlichkeit seines Tieres verkannt und unzureichende Vorkehrungen getroffen zu haben.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Aufsichtsperson bei dem Angriff ebenfalls Bissverletzungen erlitt, als sie versuchte, das Kind zu schützen. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur Haltung von als gefährlich eingestuften Hunderassen und zur Verantwortung von Besitzern auf.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration