Kampfmittel an der B195: Explosive Gefahr im Waldboden?
Kampfmittel an der B195: Explosive Gefahr?

In der Gemeinde Amt Neuhaus wird derzeit mit Hochdruck an der Verlegung von Kabeln gearbeitet. Dabei sind auch Mitarbeiter eines Kampfmittelräumdienstes im Einsatz. Dies wirft Fragen bei Anwohnern und Passanten auf: Steckt etwa explosive Gefahr im Waldboden an der B195?

Orte wie der ehemalige Truppenübungsplatz Lübtheen sind bekannt dafür, dass dort noch reichlich explosive Kampfmittel im Erdreich schlummern. Die Kampfmittelräumer haben hier noch über Jahre hinweg damit zu tun, die Altlasten von Kriegen und Kampfübungen des letzten Jahrhunderts zu beseitigen. Doch auch abseits dieser bekannten Stellen steckt offensichtlich noch Gefahr im Boden.

Warum wird an der B195 nach Kampfmitteln gesucht?

Entlang der viel befahrenen B195 bei Stapel in der Gemeinde Amt Neuhaus sind jetzt Kampfmittelbeseitiger bei ihrer Arbeit zu beobachten. Das wirft natürlich Fragen auf bei Menschen, die regelmäßig die Straße befahren. Gibt es einen konkreten Anlass, weshalb die grundsätzlichen Leitungsverlegearbeiten – um einen Funkturm mit Strom zum Senden zu versorgen – von den Kampfmittelbeseitigern begleitet werden?

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Die ausführende Firma verweist auf Nachfrage auf das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN), das für die Gemeinde Amt Neuhaus zuständig ist. Hier ist im Dezernat 5 die Kampfmittelbeseitigung für das gesamte Bundesland angesiedelt. Von dort sei man mit dem Auftrag versehen worden.

Die Suche nach Kampfmitteln gehört dazu

Von der zuständigen Stelle heißt es: „Von einem Einsatz unseres operativen Außendienstes in Stapel ist hier nichts bekannt. Da hier jedoch bekannt ist, dass in Stapel eine Räumstelle eingerichtet wurde, gehe ich davon aus, dass Mitarbeitende oder Fahrzeuge einer gewerblichen Kampfmittelräumfirma vor Ort gesehen wurden. Räumstellen werden regelhaft im Zuge von Baumaßnahmen eingerichtet, um vor Bodeneingriffen durch Baufirmen Baugrundsicherheit herzustellen. Dies umfasst die gezielte Suche nach Munition und gegebenenfalls deren Räumung.“

Ob es in diesem Fall Informationen gibt, die auf mögliche Kampfmittel im Boden vor Stapel hindeuten, darauf wird nicht näher eingegangen. Dass es sich tatsächlich nur um einen obligatorischen Schritt bei solchen Maßnahmen wie der Verlegung von Leitungen handelt, kann indes Andreas Gehrke etwas bekräftigen.

Auch in Neuhaus wurde schon nach Kampfmitteln gesucht

Der Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus hat sich ebenfalls über den Einsatz der Kampfmittelräumer gewundert. Er erinnert sich jedoch daran, dass auch bei der Erschließung von Bauland in Neuhaus solche Arbeiten vonstattengegangen sind. Ihm ist jedenfalls nicht bekannt, dass in der Gemeinde an bestimmten Stellen Waffen, Munition oder anderes Kriegsgerät verklappt worden sind.

Sind Kampfmittel bei mir zu finden?

In Mecklenburg-Vorpommern kann man derweil im MV-Serviceportal Erkenntnis erlangen, ob im eigenen Grund und Boden vielleicht doch explosive Überraschungen zu finden sind. Hier besteht die Möglichkeit, eine Kampfmittelbelastungsauskunft online zu beantragen. Diese Option ist kostenlos. Dabei ist zu beachten, dass je Antrag bis zu 5 Flurstücke angefragt werden können.

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