Kriminalitätsstatistik für Nordbrandenburg: Deutlicher Anstieg bei Wohnungseinbrüchen und Sexualdelikten
Kriminalität in Nordbrandenburg: Mehr Einbrüche und Sexualdelikte

Kriminalitätsentwicklung in Nordbrandenburg: Statistik zeigt gemischtes Bild

Im Norden Brandenburgs ist die Kriminalität im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Die Polizeidirektion Nord, welche die Landkreise Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel umfasst, registrierte insgesamt 23.833 Straftaten. Dies entspricht einem Anstieg von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Frank Storch, Leiter der Polizeidirektion Nord, betont jedoch: "Auch wenn die Fallzahlen entgegen dem Landestrend leicht zugenommen haben, leben wir nach wie vor in einer der sichersten Regionen des Landes." Mit 6.073 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegt die Region deutlich unter dem brandenburgischen Durchschnitt von 6.512.

Hauptursachen für den Anstieg

Die Polizei nennt als Haupttreiber der Entwicklung Zuwächse in drei Bereichen:

  • Eigentumsdelikte
  • Körperverletzungsdelikte
  • Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Von den registrierten Straftaten konnten 13.780 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 57,8 Prozent entspricht. Dieser Wert liegt knapp über dem Landesdurchschnitt von 57,7 Prozent.

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Tatverdächtige: Mehr Zuwanderer und auffällige Kinder

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg von 9.945 im Jahr 2024 auf 10.276 im Jahr 2025 - ein Plus von 3,3 Prozent. Rund drei Viertel der Tatverdächtigen sind männlich, 81 Prozent besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Besonders auffällig ist der Anstieg bei tatverdächtigen Zuwanderern um 4,4 Prozent auf etwa neun Prozent aller Tatverdächtigen. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen stellen polnische Staatsbürger mit 254 Personen die größte Gruppe, gefolgt von Syrern (187) und Rumänen (152).

Besorgniserregend ist die Entwicklung bei strafunmündigen Kindern unter 14 Jahren. Mit 693 tatverdächtigen Kindern macht diese Gruppe etwa sieben Prozent aller Tatverdächtigen aus. Die Polizei führt dies auf den "Tatort Schule und den Umgang mit sozialen Medien" zurück. Zu den häufigsten Delikten in dieser Altersgruppe zählen:

  1. Ladendiebstahl (115 von 707 Tatverdächtigen unter 14)
  2. Vorsätzliche einfache Körperverletzung (130 von 1.766)
  3. Verbreitung pornografischer Schriften (122 von 417)
  4. Gefährliche und schwere Körperverletzung (114 von 715)

Diebstahldelikte: Deutlicher Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Diebstahldelikte machen mit 27 Prozent den größten Anteil an der Gesamtkriminalität aus. Die Fallzahlen stiegen um drei Prozent auf 6.624 Fälle. Innerhalb dieser Kategorie verzeichnet die Statistik besonders markante Zuwächse:

  • Ladendiebstahl insgesamt: +9,8%
  • Fahrraddiebstahl: +4,2%
  • Wohnungseinbruchdiebstahl: +25,6%

"Die Fallzahlen zum Wohnungseinbruchdiebstahl haben im vergangenen Jahr wieder zugenommen", erklärt Frank Storch. "Zugleich haben wir die operativen Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Phänomens verstärkt und erste Erfolge verzeichnet." Die Aufklärungsquote bei Diebstahldelikten insgesamt sank auf etwa 26 Prozent, bei Wohnungseinbrüchen sogar auf nur 17,5 Prozent. Über 31 Prozent der Tatverdächtigen in dieser Kategorie haben eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit.

Sexualdelikte und Gewaltkriminalität

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verzeichneten einen dramatischen Anstieg von über 37 Prozent auf 699 Fälle. Haupttreiber ist die Verbreitung pornografischer Schriften mit 397 Fällen (+78%). Auch Vergewaltigungen nahmen um fast 32 Prozent auf 58 Fälle zu. Lediglich beim sexuellen Missbrauch gab es einen geringfügigen Rückgang um 2,5 Prozent auf 119 Fälle.

Die Gewaltkriminalität stieg um über elf Prozent auf 822 Fälle. Von den 865 ermittelten Tatverdächtigen sind etwa 24 Prozent nichtdeutscher Nationalität. Im Zehnjahresvergleich befinden sich die Fallzahlen nach 2023 und 2017 auf dem dritthöchsten Wert.

Besonders alarmierend ist die Zunahme von Messerdelikten um fast 16 Prozent auf 199 Fälle. Hierzu zählen alle Straftaten, bei denen der Tatverdächtige während der Tat ein Messer mitführte oder einsetzte. Von den 189 ermittelten Tatverdächtigen in diesem Bereich sind 21,2 Prozent nichtdeutscher Nationalität.

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Die Kriminalstatistik für Nordbrandenburg zeigt somit ein gemischtes Bild: Während die Region insgesamt sicher bleibt, gibt es in mehreren Bereichen besorgniserregende Entwicklungen, die besondere polizeiliche Aufmerksamkeit erfordern.