Krypto-Betrug in Sachsen: Schäden explodieren auf über 190 Millionen Euro
Der Betrug mit Kryptowährungen nimmt in Sachsen ein alarmierendes Ausmaß an. Das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) geht von einer deutlichen Zunahme der Fälle und einer erheblichen Steigerung der Schadenssummen aus, obwohl für das vergangene Jahr noch keine abschließenden Daten vorliegen. Bereits im Jahr 2025 wurden mehrere Fälle mit jeweils mehr als einer Million Euro Schaden registriert, was die Dimension des Problems unterstreicht.
Dunkelziffer weit höher als offizielle Zahlen
In den Jahren 2019 bis 2024 haben Internetbetrüger mit vermeintlichen Investitionsangeboten für Kryptowährungen in Sachsen mehr als 190 Millionen Euro erbeutet. Das LKA betont jedoch, dass von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Viele Geschädigte erstatten aus Scham keine Anzeige, was die tatsächliche Schadenshöhe verschleiert und die Aufklärung erschwert.
Cybertrading-Gruppen locken mit schnellen Gewinnen
Die Polizei warnt ausdrücklich vor sogenannten Cybertrading-Gruppen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind und einheitliche Vorgehensweisen anwenden. Sie versprechen Opfern im Internet schnelles Geld oder hohe Gewinne. Sobald persönliche Angaben wie Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse preisgegeben werden, setzt eine ausgeklügelte Maschinerie ein, deren einziges Ziel darin besteht, an das Geld der Geschädigten zu gelangen.
Doppelte Abzocke: Nach dem Betrug kommt der nächste Schlag
Nach der Aufforderung, einen Account auf einer Trading-Plattform anzulegen, werden zunächst kleine Summen gefordert. Der Geschädigte sieht, wie sich das Investment angeblich vermehrt, und investiert immer mehr Geld. Soll der Gewinn ausgezahlt werden, ist der sogenannte Account-Manager nicht mehr erreichbar, und das Geld ist verloren. Wird der Betrug bemerkt, nutzt eine weitere Tätergruppe die Verzweiflung der Opfer aus: Unter dem Deckmantel von angeblichen Privatdetektiven oder Anwälten versprechen sie, das Geld zurückzuholen, fordern aber zuvor weitere Investitionen in Höhe von mehreren Tausend Euro.
Präventionstipps des Landeskriminalamts
Das LKA rät dringend dazu, potenzielle Anlageprodukte genau zu prüfen und keine Geldanlagen über Vermittler oder Gesellschaften zu tätigen, die mit unrealistisch hohen Renditechancen in kürzesten Zeiträumen werben. Zudem sollten niemals Zugangsdaten preisgegeben werden. Wer dennoch auf einen Anlagebetrüger hereingefallen ist, sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten, um weitere Schäden zu verhindern und die Strafverfolgung zu unterstützen.



