Nach Leichenfund in Rostock: Nachbarn zwischen Schock und Alltagsroutine
Leichenfund in Rostock: Nachbarn zwischen Angst und Gelassenheit

Nach Leichenfund in Rostock: Nachbarn zwischen Schock und Alltagsroutine

In der Rostocker Südstadt wurde am Samstagabend, dem 28. Februar, eine Leiche in einem Wäldchen zwischen der Satower Straße und der Albert-Einstein-Straße entdeckt. Bereits in der Nacht zum Montag, dem 2. März, erfolgte eine vorläufige Festnahme eines 39-jährigen Mannes, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, Harald Nowack, am Montagvormittag bestätigte.

Gemischte Reaktionen in der Nachbarschaft

Die Nachricht vom Leichenfund löste bei den Anwohnern unterschiedliche Emotionen aus. Frau Prill, eine Bewohnerin des Viertels, die ihren Vornamen nicht nennen möchte, zeigte sich schockiert: „Oh Gott, oh Gott, ich dachte immer, wir sind hier sicher“, sagte sie, nachdem sie die Meldung im Fernsehen gesehen hatte. Sie äußerte die Befürchtung, dass das Wäldchen zwar als Ablageort, aber nicht als Tatort gedient haben könnte, und gab an, dass sie nun abends nicht mehr allein durch das Gebiet gehen würde.

Ein junger Mann, der in der Nähe wohnt, beschrieb ein mulmiges Gefühl, da er am Samstag noch genau an der Fundstelle vorbeigelaufen war, wo Stunden später der leblose Körper gefunden wurde. „Das ist schon gruselig“, sagte er und betonte, dass die Südstadt eigentlich als ruhige und sichere Gegend gelte, was den Vorfall umso unerwarteter mache.

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Gelassenheit trotz des Vorfalls

Andere Nachbarn reagierten deutlich gelassener. Ralf Menzel, der am Montagmorgen in sein Auto stieg, hatte das Blaulicht und das Aufgebot von Feuerwehr und Polizei am Samstagabend zwar bemerkt, erfuhr aber erst aus den Medien von den Details. „Aber man kann ja so oder so nichts dran ändern. Damit müssen wir leben, dass es irgendwo immer Ganoven gibt“, kommentierte er die Situation.

Ein weiterer Anwohner, der mit seinem Hund in der Nähe des Fundortes spazieren ging und anonym bleiben wollte, äußerte keine akute Angst. „Man weiß ja nie, wie die Hintergründe waren. Erst einmal abwarten, was dabei herauskommt, und dann kann man sich da immer noch Gedanken darüber machen“, sagte er und verwies darauf, dass solche Vorfälle meist anderswo verortet würden.

Ermittlungen und weitere Details

Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärte, dass die Ermittlungen noch in den Anfängen stünden. Zeugen hätten sich bereits gemeldet, und ihre Aussagen seien hilfreich gewesen. Die Identität der Leiche sei jedoch noch unklar, und zum Tathergang könne er noch keine Angaben machen. Die Leiche wurde in einer gelben Wanne, in Folie eingewickelt und verschnürt, am Montag zur Rechtsmedizin gebracht, wo eine Leichenschau stattfand, um Spuren zu sichern.

Die vorläufige Festnahme des 39-Jährigen diente laut Nowack dazu, eine mögliche Beteiligung an einem Verbrechen rund um den Leichenfund abzuprüfen. „Wir warten erst einmal ab, was heute die Leichenschau erbringt, und dann kann man weitersehen“, so der Oberstaatsanwalt.

Hintergrund des Vorfalls

Ein Mann hatte am Samstagabend gegen 17 Uhr den Leichnam entdeckt und umgehend den Notruf gewählt. Daraufhin waren Ermittler der Spurensicherung, des Kriminaldauerdienstes und der Mordkommission im Einsatz. Die Arbeiten am Fundort wurden am Sonntagfrüh abgeschlossen. Zeugen werden weiterhin gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0381/49161616 zu melden.

Am Montagmorgen bot die Fundstelle ein friedliches Bild mit zwitschernden Vögeln und vorbeifahrenden Radfahrern, lediglich unterbrochen durch das Absperrband der Polizei, das an einigen Stellen bereits durchgerissen war. Dies unterstreicht die Spannung zwischen der alltäglichen Ruhe des Viertels und den außergewöhnlichen Ereignissen, die die Nachbarschaft derzeit beschäftigen.

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