Marseille: Zehn Verdächtige nach Auftragsmord festgenommen – Drogenkrieg eskaliert
Marseille: Zehn Verdächtige nach Auftragsmord festgenommen

Marseille: Zehn Verdächtige nach Auftragsmord festgenommen – Drogenkrieg eskaliert

Nach einem aufsehenerregenden Mord in Marseille, der mutmaßlich im Auftrag von Drogenbossen verübt wurde, haben Fahnder in Südfrankreich zehn Verdächtige festgenommen. Die Festgenommenen sollen das Kommando unterstützt haben, das vor vier Monaten den Bruder eines bekannten Kritikers der Rauschgiftkriminalität in Marseille erschossen hat. Dies berichtete die Zeitung Le Parisien in einer aktuellen Meldung.

Ermittlungen wegen bandenmäßigen Mordes

Gegen die Festgenommenen wird wegen bandenmäßigen Mordes und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt, wie die neu gegründete Schwerpunktstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität dem Sender RTL bestätigte. Die Verdächtigen werden der mächtigen Drogenbande DZ Mafia zugerechnet, deren inhaftierter Chef nach Recherchen des Parisien hinter dem Auftragsmord stecken könnte.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um acht Männer und zwei Frauen Anfang zwanzig, wie der Sender France Info berichtete. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während die Drogenkriminalität in Marseille weiterhin ein drängendes Problem darstellt.

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Innenminister spricht von Einschüchterungstat

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hatte nach den tödlichen Schüssen auf den 20-jährigen Mehdi Kessaci von einer Einschüchterungstat gesprochen. Diese Tat sei weit entfernt von einer klassischen Abrechnung, wie es sie in der Drogenhochburg Marseille jedes Jahr dutzende Male gibt. Präsident Emmanuel Macron organisierte daraufhin ein Krisentreffen zum Kampf gegen Drogenkriminalität.

Tausende Menschen demonstrierten in Marseille nach dem Mord gegen Drogengewalt und forderten entschlossene Maßnahmen von der Regierung. Der Fall hat landesweit für Empörung gesorgt und die Debatte über organisierte Kriminalität neu entfacht.

Hintergrund: Der Verein Conscience und die Drogenbanden

Amine Kessaci, der 22-jährige Bruder des Erschossenen, ist Gründer des Vereins Conscience, der Familien unterstützt, die von Drogenkriminalität und ihren Folgen betroffen sind. Damit ist er den Drogenbanden ein Dorn im Auge. Nach der Ermordung seines Bruders hatte Amine Kessaci in einem landesweit veröffentlichten Appell die Regierung zum Handeln aufgefordert.

„Angesichts eines solchen Feindes muss der Staat die Lage einschätzen und begreifen, dass ein Kampf auf Leben und Tod begonnen hat. Es ist Zeit zu handeln (...)“, schrieb Kessaci in der führenden französischen Zeitung Le Monde. „Wir zählen unsere Toten, aber was unternimmt der Staat?“

Justiz nimmt mächtige DZ Mafia ins Visier

Erst vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Marseille im Kampf gegen die DZ Mafia 42 Menschen festnehmen lassen. Unter extremen Sicherheitsvorkehrungen begann am Montag außerdem im südfranzösischen Aix-en-Provence der Prozess gegen drei mutmaßliche Anführer der Drogenbande. Diese sollen für eine Abrechnung mit zwei Toten im Jahr 2019 verantwortlich sein.

Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen die anhaltende Bedrohung durch organisierte Kriminalität in Frankreich. Die Ermittlungen und Prozesse zeigen, dass die Behörden entschlossen sind, gegen die Drogenbanden vorzugehen, doch die Herausforderungen bleiben enorm.

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