Familienstreit eskaliert in Hagenow: Cousin überlebt Messerangriff nur knapp
Ein 38-jähriger Mann aus Syrien muss sich vor dem Landgericht Schwerin wegen versuchten Totschlags verantworten. Der Angeklagte soll im August 2025 in der Plantagenallee in Hagenow seinen Cousin mit einem Küchenmesser lebensgefährlich verletzt haben. Das Opfer überlebte den Angriff nur dank einer sofortigen Notoperation.
Eskalation eines Geldstreits
Der Konflikt entzündete sich an einem dreistelligen Geldbetrag, den der Angeklagte seinem Cousin für die Flucht aus Syrien geliehen hatte. Bei einem Treffen zur Übergabe der gemeinsamen Kinder zwischen dem 38-Jährigen und seiner Ex-Ehefrau eskalierte die Diskussion um die Rückzahlung. Laut Anklage zog der Angeklagte urplötzlich ein Küchenmesser mit 13 Zentimeter langer Klinge aus dem Hosenbund und stach in schneller Abfolge auf seinen Verwandten ein.
Lebensgefährliche Verletzungen und Verfolgung
Die Stiche trafen die linke Brust und den Unterbauch des Cousins und verursachten lebensbedrohliche Verletzungen. Trotz seiner schweren Verwundungen konnte das Opfer zunächst fliehen. Der Angeklagte verfolgte ihn dabei und rief laut Zeugenaussagen: „Ich schlachte dich ab.“ Erst das Eingreifen eines aufmerksamen Zeugen beendete die gefährliche Verfolgungsjagd.
Geständnis und Rechtfertigung des Angeklagten
Am ersten Verhandlungstag ließ der Angeklagte durch seinen Verteidiger ein umfassendes Geständnis verlesen. Darin räumte er die Tat ein, betonte jedoch, er habe das Messer nur zur Selbstverteidigung mitgeführt. Aufgrund einer körperlichen Behinderung am Arm sei er in früheren Auseinandersetzungen mit seinem Cousin stets unterlegen gewesen. Die Messerattacke beschrieb er als spontanen Wutausbruch, ausgelöst durch Provokationen des Opfers.
Gerichtlicher Deal und mögliche Strafe
Das Geständnis ist Teil einer gerichtlichen Verständigung zwischen allen Prozessbeteiligten. Für ein glaubhaftes Einräumen der Tat stellte der vorsitzende Richter Robert Piepel eine Freiheitsstrafe von vier bis sechs Jahren in Aussicht. Der Angeklagte hat bereits angekündigt, sich bei seinem Cousin entschuldigen zu wollen. Der Prozess soll am 9. April fortgesetzt werden, wobei möglicherweise das Opfer als Zeuge aussagen wird.



