Messerattacke in Haar: Ex-Freund verletzt 49-Jährige schwer
In Haar bei München hat ein 50-jähriger Mann seine ehemalige Lebensgefährtin mit einem Messer schwer verletzt. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter nach einer intensiven Großfahndung am S-Bahnhof des Ortes fest. Ein aufmerksamer Nachbar hatte das Leben der 49-jährigen Frau gerettet, indem er sie während des Angriffs in seine Wohnung zog.
Brutaler Angriff im Treppenhaus
Das Paar hatte bis vor kurzem gemeinsam in einem Mietshaus in der Georg-Eisenreich-Straße in Haar gelebt. Nach der Trennung vor wenigen Tagen lauerte der 50-Jährige seiner Ex-Freundin am Donnerstagabend im Treppenhaus des Wohnkomplexes auf. Gegen 22.15 Uhr hörte ein Nachbar laute Schreie und einen heftigen Streit, bei dem eine Frau um Hilfe rief.
Als der Mann seine Wohnungstür öffnete, erblickte er die blutüberströmte 49-Jährige, die schwere Verletzungen im Gesicht und am Oberkörper aufwies. Der Nachbar reagierte sofort und zog das Opfer in seine Wohnung, bevor er die Tür sicher verschloss. Polizeisprecher Christian Drexler bestätigte diese mutige Rettungsaktion.
Großfahndung mit Drohne und Spürhund
Der Angreifer, bei dem es sich nach Polizeiangaben um einen 50 Jahre alten Libanesen handelt, flüchtete unmittelbar nach der Tat. Die Beamten starteten umgehend eine umfangreiche Fahndung mit zwanzig Streifenwagen, einer Drohne und einem speziell ausgebildeten Spürhund. Die intensive Suche führte nach fünfundsiebzig Minuten zum Erfolg.
Streifenbeamte entdeckten den Verdächtigen am S-Bahnhof in Haar und nahmen ihn fest. Der 50-Jährige wurde zunächst in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums gebracht. Die Tatwaffe, ein etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter langes Messer, wurde bislang nicht gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter das Messer während seiner Flucht weggeworfen hat.
Motiv: Nicht verwundene Trennung
Die Mordkommission ermittelt in diesem schwerwiegenden Fall. Die Staatsanwaltschaft München beantragte beim zuständigen Ermittlungsrichter einen Haftbefehl wegen versuchten Tötungsdelikts. Als wahrscheinliches Motiv gibt die Polizei an, dass der mutmaßliche Täter die Trennung von seiner Partnerin nicht akzeptieren konnte.
Polizeisprecher Drexler teilte mit, dass der Verdächtige bereits früher durch Straftaten aufgefallen sei und gegen ihn wegen Gewaltdelikten ermittelt wurde. Am Freitagnachmittag wurde der 50-Jährige dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim überstellt.
Opfer außer Lebensgefahr
Die 49-jährige Frau erlitt bei dem brutalen Angriff massive Schnittwunden im Gesicht und am Kopf sowie mehrere Stichverletzungen am gesamten Oberkörper. Die ersten eintreffenden Polizeibeamten leisteten sofort Erste Hilfe, bevor ein Notarzt das schwer verletzte Opfer in ein Krankenhaus transportierte. Nach aktuellen Polizeiangaben besteht für die Frau keine Lebensgefahr mehr.
Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an, während die Staatsanwaltschaft die Anklageerhebung vorbereitet. Dieser Vorfall unterstreicht erneut die Gefahren, die von nicht verwundenen Trennungen ausgehen können, und die Bedeutung zivilcouragierten Handelns in Notsituationen.



