Messerattacken auf Deutsche in Sofia: Verdächtige in Untersuchungshaft
In der bulgarischen Hauptstadt Sofia sind vier Deutsche bei zwei getrennten Messerattacken verletzt worden. Die mutmaßliche Täterin, eine 39-jährige Frau, wurde nach einer kurzen Fahndung festgenommen und befindet sich nun in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter ordnete die Inhaftierung wegen des Verdachts des versuchten Mordes an, wie die Nachrichtenagentur BGNES berichtet.
Ungewöhnliche Äußerungen vor Gericht
Vor Betreten des Gerichtssaals soll die Verdächtige gegenüber den Behörden erklärt haben, sie „möge keine Deutschen“. Darüber hinaus bat sie das Gericht angeblich zu berücksichtigen, dass sie eine „gewissenhafte Bürgerin“ sei und die Tat „im Interesse der Gesellschaft“ begangen habe. Diese Aussagen werfen Fragen zum Motiv der Angriffe auf.
Chronologie der blutigen Ereignisse
Die Attacken ereigneten sich am Donnerstagabend, dem 26. März. Gegen 19:30 Uhr wurden Rettungskräfte zur Metrostation Wassil-Lewski-Stadion im Bereich des Boulevards Dragan Tsankov gerufen. Dort hatten zwei deutsche Männer im Alter von 63 und 65 Jahren Stichverletzungen erlitten. Nach Angaben des Uniklinikums Pirogow bestand keine Lebensgefahr.
Nur wenige Minuten später kam es zu einer zweiten Attacke an einer Bushaltestelle am Cherni-Vrah-Boulevard. Hier wurden zwei 27-jährige deutsche Frauen ebenfalls durch Messerstiche verletzt. Beide Opfer konnten noch am selben Abend das Krankenhaus verlassen.
Hinweise auf psychische Erkrankung
Im Rahmen der Ermittlungen wurde eine forensisch-psychiatrische Begutachtung angeordnet. Experten sehen Hinweise auf eine paranoide Schizophrenie, allerdings liegen keine Krankenakten vor. Die Verdächtige soll nun in der Gefängnispsychiatrie in Lovech beobachtet und weiter untersucht werden.
Bulgariens Innenminister Emil Dechev (55) hatte bereits erklärt, dass die Frau höchstwahrscheinlich an einer psychischen Erkrankung leide. Diese Einschätzung wird durch die angeordnete psychiatrische Untersuchung gestützt.
Fahndung und Festnahme
Nach den beiden Attacken war die 39-Jährige zunächst geflüchtet. Überwachungskameras zeichneten die mutmaßliche Täterin auf, woraufhin das Innenministerium noch in derselben Nacht ein Fahndungsfoto veröffentlichte. Kurz darauf gelang der Polizei die Festnahme der Frau.
Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat und dem genauen Motiv dauern an. Die bulgarischen Behörden betonen die Bedeutung der psychiatrischen Untersuchung für die weitere Aufklärung des Falls.



