Familiendrama in München-Neuhausen: 70 Messerstiche aus Wut
Ein sonntäglicher Nachmittag im Münchner Villenviertel, ein Mitbringsel aus dem Italien-Urlaub und ein Streit um 1600 Euro – das sind die Zutaten einer blutigen Tragödie. Der 25-jährige Millionärssohn Karl K. soll seine Stiefmutter Mira O. in der Küche des gemeinsamen Anwesens brutal attackiert haben. Laut Anklage stach er insgesamt 70 Mal auf die 52-Jährige ein, die noch am Tatort ihren Verletzungen erlag.
Streit um Handwerkerkosten eskalierte
Die Tat ereignete sich im Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg, einer der exklusivsten Lagen Münchens. Der Auslöser war offenbar ein Streit über eine Rechnung für Handwerksarbeiten in Höhe von 1600 Euro. Mira O. hatte ihrem Stiefsohn vorgeworfen, die Arbeiten nicht ordnungsgemäß bezahlt zu haben. Daraufhin geriet der 25-Jährige in Rage und griff zu einem Küchenmesser.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Die Verteidigung hingegen plädiert auf Totschlag im Affekt. Der Prozess vor dem Landgericht München I sorgt für großes mediales Interesse. Die Hintergründe des Familiendramas sind komplex: Karl K. wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf, litt aber unter dem strengen Erziehungsstil seines Vaters. Die Beziehung zur Stiefmutter war von Spannungen geprägt.
Angeklagter zeigt Reue
In einer ersten Stellungnahme vor Gericht zeigte sich der Angeklagte reumütig. Er könne nicht erklären, was in ihm gefahren sei. Die Tat sei aus einer spontanen Wut heraus geschehen. Er habe seine Stiefmutter nicht töten wollen. Die Staatsanwaltschaft bezweifelt diese Darstellung und verweist auf die hohe Anzahl der Stiche, die auf eine gezielte Tötungsabsicht hindeuten.
Der Fall erinnert an ähnliche Familientragödien in der Münchner High Society. Die Verhandlung wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Ein Urteil wird im Sommer erwartet. Bis dahin bleibt der Millionärssohn in Untersuchungshaft.



