Münchner Kellereinbrüche: Über 300 Taten in sechs Wochen - Vier Verdächtige gefasst
München: 300 Kellereinbrüche in sechs Wochen

Münchner Kellereinbrüche: Über 300 Taten in sechs Wochen - Vier Verdächtige gefasst

Die Zahl der Kellereinbrüche in München ist sprunghaft angestiegen. Allein zwischen dem 1. Januar und dem 10. Februar 2026 hat die Polizei über 300 Einbrüche in Kellerabteile im gesamten Stadtgebiet registriert. Das entspricht im Durchschnitt etwa zehn Taten pro Tag. Bisher konnten vier Verdächtige festgenommen werden, die dem Obdachlosenmilieu zugerechnet werden.

Leichtes Spiel in anonymen Wohnanlagen

Bevorzugte Ziele der Einbrecher sind große Wohnanlagen und Mietshäuser in ganz München. In diesen anonymen Strukturen kennen sich die Bewohner oft kaum oder gar nicht, was Fremden weniger auffällt. Winfried Kotschenreuther, Chef des zuständigen Kommissariats K53, erklärt: „Ein Fremder fällt da weniger auf.“ Haben die Täter erst einmal über den Hauseingang oder die Tiefgarage Zugang zum Untergeschoss erlangt, haben sie meist freie Bahn, da Alarmanlagen oder Videoüberwachung selten vorhanden sind.

Die Sicherung der Kellerabteile ist oft mangelhaft. Viele Türen sind nur mit einfachen Vorhängeschlössern gesichert, die mit einem Schraubenzieher leicht entfernt werden können. Isabel Hofmann, eine Ermittlerin, betont: „Und die lassen sich oft mit einem Schraubenzieher kinderleicht herausdrehen.“

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Beute für den eigenen Lebensbedarf

Die Einbrecher sind nicht wählerisch bei ihrer Beute. Sie stehlen Kleidung, Elektrogeräte, Werkzeug und oft auch im Keller gelagerte Vorräte wie Lebensmittel und Alkohol. Isabel Hofmann vermutet: „Es wirkt, als ob sie ihre Beute für den eigenen Lebensunterhalt stehlen.“ Ein Teil der gestohlenen Güter wird verkauft, anderes einfach weggeworfen.

Die Täter agieren organisiert, jedoch nicht in festen Banden, sondern eher in „Zweckbündnissen auf Zeit“, wie es beim K53 heißt. Clanstrukturen sind nicht erkennbar, aber die Täter gehen arbeitsteilig vor: Einer steht Schmiere und warnt die anderen, wenn Gefahr droht.

Ermittlungsergebnisse und Täterprofil

Die Kripo geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um „ortsansässige Gruppen“ handelt, überwiegend Personen ohne festen Wohnsitz. Bisher wurden vier Männer gefasst: zwei Deutsche sowie je einer aus Ungarn und Serbien. Winfried Kotschenreuther ordnet sie dem Obdachlosenmilieu zu. Fingerspuren und DNA an den Tatorten deuten darauf hin, dass es sich oft um Serientäter handelt.

Die Einbrüche verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet ohne besondere Schwerpunkte. Viele Geschädigte bemerken die Taten erst nach Tagen, und der genaue Beuteschaden ist schwer zu beziffern, da viele nicht wissen, was in ihren Kellern lagert.

Schutzmaßnahmen der Polizei

Die Polizei rät zu verstärkten Sicherungsvorkehrungen:

  • Verwendung massiver Vorhängeschlösser, die Einbrüche erschweren.
  • Installation von Videokameras mit Bewegungsmeldern zur späteren Identifizierung der Täter.
  • Abkleben der Gitterkonstruktionen der Kellerabteile mit Plastikfolie oder Pappe als Sichtschutz, idealerweise gemeinsam mit der Hausgemeinschaft.
  • Vermeidung der Lagerung wertvoller Gegenstände im Keller.

Bei verdächtigen oder fremden Personen in Mietshäusern, Kellern oder Tiefgaragen sollte man sich zurückziehen und den Polizeinotruf 110 verständigen.

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