Schockanruf in München: Falscher Arzt begeht brutalen Raubüberfall auf 90-jährige Rentnerin
München: Falscher Arzt begeht Raubüberfall auf Rentnerin

Schockanruf in München: Falscher Arzt begeht brutalen Raubüberfall auf 90-jährige Rentnerin

Eine über 90 Jahre alte Rentnerin aus dem Münchner Stadtteil Untermenzing wurde Opfer eines besonders perfiden Trickbetrugs, der in einem gewaltsamen Raubüberfall endete. Der Täter gab sich am Telefon als Mediziner einer renommierten Münchner Klinik aus und behauptete, ihr Sohn sei an Krebs erkrankt und benötige dringend ein teures, nicht zugelassenes Medikament.

Der bekannte Trick mit der erfundenen Krebsdiagnose

Der falsche Arzt setzte die Seniorin massiv unter Druck und forderte rund 100.000 Euro für das angebliche Medikament. Er behauptete, die Krankenkassen würden die Kosten nicht übernehmen. Die verängstigte Frau sammelte daraufhin Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro und verpackte diese in zwei Tütchen.

Es wurde vereinbart, dass ein Abholer die Wertgegenstände bei ihr zu Hause abholen würde. Am Donnerstag vergangener Woche gegen 14.35 Uhr klingelte es tatsächlich an ihrer Tür.

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Auffälliger Abholer mit schlechtem Gebiss

Der etwa 40 Jahre alte Mann, der vor ihr stand, wirkte jedoch alles andere als seriös. Laut Polizeisprecherin sprach er kaum Deutsch, trat sehr unsicher auf und hatte ein auffallend schlechtes Gebiss mit mehreren Zahnlücken. Diese Merkmale ließen bei der Rentnerin schlagartig Zweifel aufkommen.

Statt die Tütchen zu übergeben, drehte sie sich um und wollte zurück in ihr Haus gehen. In diesem Moment eskalierte die Situation völlig unerwartet.

Gewaltsame Eskalation und Flucht des Täters

Der Trickbetrüger, der offenbar merkte, dass sein Plan aufgeflogen war, reagierte äußerst aggressiv. Er packte die Seniorin an der Schulter und riss ihr gewaltsam die beiden Tütchen mit dem Schmuck und den Geldscheinen aus den Händen. Anschließend flüchtete er unerkannt mit seiner Beute.

Die Rentnerin verständigte umgehend den Polizeinotruf. Nur Minuten später lief eine Großfahndung im Bereich Untermenzing an. Doch der Verdächtige konnte zunächst nicht gefasst werden. Das Kommissariat 61 hat die Ermittlungen übernommen.

Zeugenaufruf der Münchner Polizei

Die Polizei sucht dringend nach Zeugen, die im angegebenen Zeitraum im Bereich Klarweinstraße, Heerstraße, Petergörglstraße und Menzinger Straße in Untermenzing auffällige Wahrnehmungen gemacht haben könnten.

Beschreibung des Täters:

  • Männlich, circa 40 Jahre alt
  • Etwa 1,70 Meter groß, normale Statur
  • Kurze, bräunliche Haare
  • Auffallend schlechtes Gebiss mit mehreren Zahnlücken

Sachdienliche Hinweise bitte an das Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, Telefon 089 2910-0, oder an jede andere Polizeidienststelle.

Kliniken warnen vor solchen Betrugsmaschen

Das Klinikum Großhadern, dessen Name von Trickbetrügern häufig missbraucht wird, hat zusammen mit der Polizei eine Aufklärungskampagne gestartet. Professor Dr. Markus M. Lerch, ärztlicher Direktor des Klinikums, betont: „Ärzte, Pflegekräfte oder Mitarbeitende der Klinikverwaltung würden niemals bei Verwandten oder Freunden von Patienten anrufen, um Geldbeträge für eine Behandlung, eine Operation oder ein Medikament zu fordern.“

Außerdem würden schwere Diagnosen wie Krebs niemals telefonisch an Angehörige mitgeteilt. Die Kliniken sehen ihren guten Ruf durch solche kriminellen Machenschaften gefährdet und appellieren an die Bevölkerung, bei verdächtigen Anrufen sofort die Polizei zu verständigen.

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