Mordfall Fabian: Vater wieder mit Angeklagter zusammen – glaubt an ihre Unschuld
Mordfall Fabian: Vater wieder mit Angeklagter liiert

Im Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow sind erstmals Einzelheiten bekannt geworden, wie die Angeklagte – die Ex-Freundin von Fabians Vater – den Tattag am 10. Oktober 2025 verbracht haben soll. „Sie hatte den Hufschmied bei sich zu Hause, bis gegen 9 Uhr, und war dann für Oma und Opa in Güstrow, um was zu erledigen“, sagte der 35-jährige Vater des getöteten Kindes am Dienstag (5. Mai) im Landgericht Rostock.

Mordfall Fabian: Ex-Freundin des Vaters steht vor Gericht

Was seine Ex-Freundin damals genau in Güstrow tat, denn zu dieser Zeit am Vormittag soll Fabian von zu Hause abgeholt worden sein, habe sie nicht erklärt. Die Angeklagte schweigt bisher im Prozess zu den Mordvorwürfen gegen sie in der Anklage. Das Handy des Jungen, das zu Hause blieb, wurde um 10.50 Uhr an jenem Tag ausgeschaltet. Zu jener Zeit könnte die 30-Jährige in Güstrow gewesen sein. So wurde ihr Auto damals in der Nähe der Wohnung, in der Fabian war, von einer Überwachungskamera zweimal in neun Minuten gefilmt.

Sie habe ihm das alles erst nach dem Bekanntwerden des Mordes erzählt. „Wir haben uns bei ihr zu Hause getroffen“, sagte der Vater. Zudem glaube er immer noch an die Unschuld dieser Frau, mit der er seit Januar 2026 wieder in einer Beziehung sei. Der Vater sagte, ihm sei bekannt, dass sich die 30-Jährige am 10. Oktober gegen Mittag noch mit einem anderen Mann an einem See in der Region getroffen haben soll. Von dort wolle sie nach Krakow am See gefahren sein, wo sie ihren Sohn – wie immer – von der Schule abholen musste. Danach sei sie in Reimershagen geblieben.

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In dem kleinen Ort südlich von Güstrow lebte die Angeklagte bei ihrer Familie und dort kümmerte sie sich auch um ihre vier Ponys und um ein Pferd. Fabian wurde am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet. Die Leiche des achtjährigen Fabian, die später angezündet worden war, vermutlich um Spuren zu verwischen, wurde am 14. Oktober an einem abgelegenen Wasserloch auf einem Feld bei Klein Upahl gefunden. Alle Orte liegen nur wenige Kilometer weit voneinander entfernt und etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow.

Mordfall Fabian: Für die Staatsanwaltschaft ist die Ex-Freundin die Mordverdächtige

Für die Staatsanwaltschaft ist die 30-Jährige die Mordverdächtige. Denn die Frau hatte nach dem 10. Oktober – scheinbar zufällig bei einem Spaziergang mit Bekannten – die Leiche des Jungen an dem Wasserloch entdeckt und später die Polizei informiert. Laut Anklage soll sie den Jungen am 10. Oktober von dessen Wohnung in Güstrow vormittags abgeholt haben. Dort war Fabian an diesem Tag allein geblieben, weil er wegen Kopfschmerzen nicht zur Schule gehen wollte. Da der Junge bereits ein Handy hatte, war er mit der Ex-Freundin des Vaters, deren Sohn zum Tatzeitpunkt fast gleich alt war, regelmäßig in Kontakt.

In seiner Zeugenaussage zeichnete der 35-jährige Vater außerdem über eine Flut an Text- und Sprachnachrichten und mit den Fragen des Richters Holger Schütt ein durchaus plastisches Bild der „On-Off-Beziehung“. So lernte er die 30-Jährige wohl 2021 kennen. Sie habe eine Lehre als Lackiererin abgebrochen, wohl aus gesundheitlichen Gründen. In der Zeit, seit er sie kennt, war sie nicht berufstätig. Sie sei wegen „Erwerbsunfähigkeit“ berentet, bekomme etwa 1400 Euro im Monat und habe sich um Haushalt, Tiere, die Kinder und die Großeltern gekümmert, sagte der Metallbauer.

Mordfall Fabian: Ex-Freundin des Vaters wurde im November 2025 verhaftet

„Pferde sind sehr wichtig für sie, sie beruhigen Gina“, erläuterte der 35-jährige Metallbauer. Zu Beginn der Beziehung habe sie drei Ponys und Pferde gehabt, später bereits fünf solcher Tiere, die bei ihren Großeltern in Reimershagen stehen. Dort wohnte die Angeklagte ab September 2025, nachdem sich das Paar getrennt hatte. Auch als die Frau im November 2025 verhaftet wurde, lebte sie in dem kleinen Ort.

Das Landgericht befragte den Ex-Freund so ausführlich zu diesen persönlichen Daten, weil die Angeklagte bisher gar keine Angaben vor Gericht machen will. Die 30-Jährige sei wegen ihrer gesundheitlichen Probleme regelmäßig zu einem Psychotherapeuten gegangen. Ein schwerer Einschnitt sei für die Frau der plötzliche Tod ihres Lieblingspferdes vor längerer Zeit gewesen, das sie als Teenagerin gehabt habe. Mit diesem Pferd habe die Reiterin viele Preise gewonnen.

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Mordfall Fabian: Vater trennte sich wohl von Ex-Freundin

Im Sommer 2025 habe er sich erst von ihr getrennt, „um mehr Freiraum für mich zu haben.“ „Ich bin nicht der Richtige für Dich“, hatte er ihr geschrieben. Außerdem habe er sich gefühlt „wie ein Butler“. Die Angeklagte sei eifersüchtig gewesen, aber nicht gewalttätig. Er habe viel gearbeitet, um Geld zu haben. Das soll sie auch gern genommen haben, um ihr teures Hobby zu finanzieren. Aber dann habe er sich doch anhören müssen, dass er „zu wenig für sie da sei“. In einem Telefongespräch hatte er auch von einem großen „Kontrollzwang“ der Frau gesprochen. Diese habe immer wieder von ihm gewollt, dass er sich „ändern soll“, auch in puncto Alkohol. Das habe er so verstanden, dass er nicht mehr Zeit für seine Hobbys habe, und auch keine Zeit für das Haus seiner Eltern. Um dass habe er sich sonst regelmäßig gekümmert, seit der Beziehung aber keine Zeit mehr dafür gehabt.

Im Prozess wurde nun bekannt, dass der Vater und die Angeklagte sich einige Tage vor dem Mord an dem Jungen doch wieder versöhnt hatten. Sie trafen sich mehrfach, schliefen auch miteinander. Dabei habe man immer wieder diskutiert, was jeder in seinem Umfeld ändern müsse, damit ihre Partnerschaft Bestand haben kann. Dabei soll es auch um Fabian gegangen sein, aber nicht vorrangig, wie der Vater betonte.

Mordfall Fabian: Tatverdächtige bot offenbar Hilfe bei der Suche an

Laut Staatsanwaltschaft hatte sich die Angeklagte bereits am Tag des Verschwindens – was nun als Tattag gilt – via Handy auffallend oft und häufig nach dem Befinden des Metallbauers erkundigt. „Ich wünsche, dass Du bei mir bist“, habe sie ihm geschrieben. Als der Vater zurückschrieb, dass er „andere Sorgen“ habe, habe die Frau per Sprachnachrichten nicht locker gelassen, noch genauer nachzufragen. Erst spät an diesem Abend habe er ihr gesagt, was ihn bedrückt. Da habe sie Hilfe bei der Suche angeboten, aber er habe abgelehnt.

Die 30-Jährige soll den achtjährigen Fabian am 10. Oktober getötet haben. Eine Tatwaffe hat die Polizei aber bisher nicht gefunden, wie es hieß. Laut Anklage soll der Junge der Beziehung im Wege gestanden sein. Die Eltern Fabians hatten sich bereits 2018 getrennt, als der Junge fast zwei Jahre alt war. Der Prozess wird am 13. Mai fortgesetzt. Einige sehr wichtige Zeugen sind für Mitte Juni geladen. Ein Urteil will die Kammer um Richter Schütt Anfang Juli fällen.