Am Landgericht Rostock wird der Prozess um den Mord an dem achtjährigen Fabian an diesem Mittwoch um 11 Uhr mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Am vierten Verhandlungstag sollen unter anderem die Klassenlehrerin des getöteten Jungen aus Güstrow und die Mutter eines Freundes von Fabian als Zeugen gehört werden. Auch zwei Schulfreunde des Jungen will das Landgericht anhören, um sich ein umfassendes Bild über die Verhältnisse rund um den getöteten Achtjährigen machen zu können.
Schwere Vorwürfe der Anwältin
Welche schweren Vorwürfe die Anwältin von Fabians Mutter erhebt, wird im Prozessverlauf thematisiert. Zudem rückt das Pickup-Fahrzeug der 30-jährigen Angeklagten, das allein wegen seiner orangenen Farbe in der Region auffiel, wieder stärker in den Mittelpunkt. So werden am Mittwoch und an folgenden Prozesstagen mehrere Zeugen gehört, die den Wagen in den Tagen im Oktober 2025 in Güstrow und in der Region, wo später die Leiche des Kindes gefunden wurde, unterwegs gesehen haben sollen. Ob in jedem Fall die Angeklagte den Wagen steuerte, ist bisher nicht bekannt.
Tatwaffe bisher nicht gefunden
Die 30-jährige Ex-Freundin des Vaters von Fabian soll den Jungen am 10. Oktober von der Wohnung der Mutter in Güstrow, wo er wegen Kopfschmerzen allein zu Hause war, abgeholt haben. Fabian lebte bei seiner Mutter, denn die leiblichen Eltern hatten sich 2018 bereits getrennt. Nach dem Abholen soll die Angeklagte laut Staatsanwaltschaft mit ihm an das Wasserloch an einem Feld bei Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die Leiche wurde erst vier Tage später von der Polizei entdeckt, nachdem die Angeklagte die Beamten auf die Stelle hingewiesen hatte. Eine Tatwaffe hat die Polizei aber bisher nicht gefunden. Die Angeklagte soll die Tat nach Angaben ihrer Anwälte bisher bestreiten. Sie schweigt in dem Prozess seit Verhandlungsbeginn dazu.
Urteil Anfang Juli erwartet
Laut Anklage soll der achtjährige Junge der Beziehung der Ex-Freundin mit dem 35 Jahre alten Vater im Wege gestanden haben. Ein Urteil will die Kammer um Richter Holger Schütt Anfang Juli fällen.



