Bei bundesweiten Durchsuchungen in der Neonazi-Szene hat die Polizei in Berlin konkret vier Beschuldigte ins Visier genommen. Dies teilte die Bundesanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen 36 Personen, denen die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend voran“ vorgeworfen wird. In zwölf Bundesländern gab es rund 50 Durchsuchungen.
Gruppen seit Mitte 2024 aktiv
Die Gruppen existieren laut Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024, sind bundesweit organisiert und verfügen über Regionalgruppen. Die Mitglieder vernetzen sich über soziale Medien und bei Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen.
Fallen für angebliche Pädophile
Erst Ende April hatte die Berliner Polizei gemeldet, dass eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener gezielt angeblich pädophile Männer in Fallen gelockt und ausgeraubt haben soll. Die Polizei durchsuchte Wohnungen von sechs Verdächtigen im Alter von 16 bis 18 Jahren in Neu-Hohenschönhausen, Alt-Hohenschönhausen, Köpenick und Lichtenrade. Die sechs Verdächtigen sollen sich mit Fake-Profilen in Chatgruppen als Kinder ausgegeben haben. Sie sollen dann Kontakt zu angeblichen Pädophilen aufgenommen und sich mit ihnen verabredet haben. Ihre Opfer sollen sie dann angegriffen und manche von ihnen auch beraubt haben.
Verfassungsschutz hält sich bedeckt
Auf die Frage, wie stark die fraglichen Vereinigungen in Berlin vertreten sind und wie groß die Gefahr ist, verwies die Senatsverwaltung für Inneres auf den Jahresbericht des Verfassungsschutzes und erklärte: „Darüber hinaus äußert er sich nicht öffentlich zur Einschätzung einzelner Gruppierungen, Bündnisse, Initiativen oder sonstiger Organisationen.“



