Ein mutmaßlicher Neonazi und IT-Fachmann steht ab sofort vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Martin S. soll im Darknet eine sogenannte Todesliste veröffentlicht haben, auf der Politiker, Ärzte und bekannte Persönlichkeiten standen. Zudem soll er Krypto-Kopfgelder auf diese Personen ausgesetzt haben, darunter auch auf einen ehemaligen Bundeskanzler.
Die Vorwürfe im Detail
Die Bundesanwaltschaft wirft dem 42-jährigen Martin S. vor, eine Plattform für politische Auftragsmorde betrieben zu haben. Auf dieser Plattform seien detaillierte Informationen zu den potentiellen Opfern hinterlegt gewesen, darunter Adressen, Arbeitsstellen und persönliche Daten. Die Kopfgelder sollten in Kryptowährungen wie Bitcoin ausgezahlt werden.
Festnahme durch GSG9
Die GSG9, die Spezialeinheit der Bundespolizei, nahm Martin S. mit einem besonderen Trick fest. Der als „Reichsbürger in Nadelstreifen“ bekannte IT-Experte wurde in seiner Wohnung überwältigt, ohne dass er die Gelegenheit hatte, auf die Daten zuzugreifen oder Beweise zu löschen. Die Ermittler hatten ihn zuvor monatelang observiert.
Brisante Daten auf der Plattform
Laut Anklage enthielt die Todesliste nicht nur Namen, sondern auch sensible Informationen, die es einem potenziellen Täter erleichtern sollten, die Opfer aufzuspüren. Die Liste umfasste mehrere Dutzend Personen aus Politik, Medizin und öffentlichem Leben. Die Ermittler gehen davon aus, dass Martin S. die Daten aus öffentlichen Quellen und möglicherweise durch Hacking zusammengetragen hatte.
Prozessbeginn in Düsseldorf
Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Martin S. wird unter anderem Bildung einer terroristischen Vereinigung, versuchter Mord und Verstoß gegen das Waffenrecht vorgeworfen. Die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Gericht sind hoch, da der Fall bundesweit für Aufsehen sorgt.



