Das ZDF startet eine neue Krimireihe: den „Havelland-Krimi“. In der ersten Folge mit dem Titel „Hinter der Fassade“ wird eine Studentin tot am Ufer der Havel gefunden. Die Ausstrahlung erfolgt heute um 20.15 Uhr im ZDF und ist bereits in der ZDF-Mediathek verfügbar.
Der Fall: Eine Studentin stirbt nach einer Party
Rotes Licht, wummernde Bässe, ausgelassene Stimmung: Die spätere Tote tanzt auf einer Party. Als sie sich umdreht, wird deutlich, dass etwas nicht stimmt. Am nächsten Morgen wird sie tot an der Glienicker Brücke in der Havel entdeckt. Das neue Ermittlerteam des „Havelland-Krimis“ übernimmt den Fall.
Die Studentin war eine talentierte Restauratorin. Professor Fabian Brenner (Daniel Sträßer) beschreibt sie als die Beste ihres Jahrgangs. Sie restaurierte anspruchsvolle Sandsteinskulpturen. Die Mitbewohnerin Cleo Morel (Bineta Hansen) äußert den Verdacht, dass der Professor ein unheimliches Verhältnis zu seiner Studentin hatte und sich zu ihr hingezogen fühlte. Ob die beiden eine Affäre hatten, bleibt zunächst offen.
Ein alter Verdächtiger taucht wieder auf
Die Staatsanwältin erkennt den Professor sofort: Brenner war vor Jahren Hauptverdächtiger im sogenannten Glückskeks-Mord. Der Spruch „Du und ich für immer vereint“ wurde damals bei der toten Partnerin gefunden. Brenner wurde jedoch freigesprochen, der Fall blieb ungelöst. Nun gerät er erneut ins Visier der Ermittler.
Das neue Ermittlerquartett
Vier Ermittler bilden das Team in Brandenburg. Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé) führt als Chefin das Team. Sie ist ehrgeizig und lässt Misserfolge nicht los. „Sie werden in Ihrer juristischen Laufbahn Fälle bearbeiten, die Sie nicht mehr loslassen“, sagt sie zu ihren Studierenden. Kriminalhauptkommissar Max Zeller (Jens Atzorn) wirkt lässig, kämpft aber als alleinerziehender Vater mit dem Verlust seiner Frau, die bei einem Fahrradunfall starb. Aus Not nimmt er seinen Sohn mit zur Arbeit in die Rechtsmedizin.
Kommissar Lennard Rösken (Anton Dreger) ist ein Superrecognizer. „Ich muss ein Gesicht nur einmal sehen, um es wiederzuerkennen“, erklärt er. Er ist für Daten und Fakten zuständig und wirkt etwas reserviert. Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus) möchte unbedingt ins Team aufgenommen werden. Sie ist idealistisch und clever. Auf ihre Idee geht die Suche nach einem unsichtbaren Club-Stempel auf der Haut der Toten zurück, der im Schwarzlicht sichtbar wird.
Femizid-Debatte als roter Faden
Die Diskussion über Femizide zieht sich durch den gesamten Krimi. „Fast täglich sterben in Deutschland Frauen durch Männer, die sich ihrer Ehre gekränkt fühlen“, sagt Referendarin Nowak empört. Sie fragt: „Wann wird systematische Gewalt gegen Frauen explizit anerkannt und Femizide endlich als Straftatbestand aufgenommen?“ Staatsanwältin Paulos entgegnet: „In Italien, Malta, Zypern, Kroatien ist es das bereits, in Deutschland weiterhin nicht.“ Paulos hat offenbar noch eine Rechnung offen und ist im Kampfmodus. „Femizide sind auf patriarchale Denkmuster wie Dominanz, Kontrolle, Besitzdenken zurückzuführen.“
Lokalkolorit und skurrile Charaktere
Der Krimi bietet auch Lokalkolorit. Der Vater der Toten, Ronny Winkler (Konstantin Lindhorst), arbeitet in der „Waschbar“ am Potsdamer Bahnhof Charlottenhof. Die Straßenszenen wurden in der brandenburgischen Landeshauptstadt gedreht. Die Rechtsmedizinerin Sanne Plaussner (Nadja Engel) ist ein Unikat mit Dialekt. „Mund uff, wenn watt is!“, verlangt sie am Seziertisch. Sie ist direkt und liebevoll: „Wennde merkst, daste umkippst, ja, denn sachste vorher Bescheid, allet kla? Auf den Steinboden will schließlich niemand mit dem Kopf aufschlagen.“
Ausblick
In der letzten Szene heißt es von Staatsanwältin Paulos: „Willkommen im Team“ – an die Referendarin Nowak gerichtet. Das Ermittlerteam steht an der Havel, wo Blumen, Briefe und Kerzen an die tote Studentin erinnern. Das ZDF plant für den Sommer zwei weitere Folgen des „Havelland-Krimis“.



