Opfer sagt im Prozess um Messerangriff in Dresdner Tram aus
Opfer sagt zu Messerangriff in Dresdner Tram aus

Ein junger US-Amerikaner, der im August 2025 bei einem Messerangriff in einer Dresdner Straßenbahn schwer verletzt wurde, hat am Mittwoch vor dem Landgericht Dresden ausgesagt. Der 21-jährige Notfallsanitäter aus New York reiste eigens für den Prozess an und schilderte den Vorfall aus seiner Sicht. Die Tat wird ihn ein Leben lang prägen: Er erlitt eine tiefe Schnittwunde im Gesicht, die eine Narbe hinterlässt. Eine Schönheitsoperation lehnt er ab. „Die Narbe ist okay für mich“, sagte er. Allerdings könne er seinen Nebenjob als Model nicht mehr ausüben, da er wegen der Verletzung nicht mehr gebucht werde.

Hintergründe der Tat

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten, beide Anfang 20 und aus Syrien stammend, vor, den damals 20-jährigen New Yorker in der Nacht zum 24. August 2025 in einer Tram am Neustädter Markt angegriffen zu haben. Der US-Amerikaner war mit zwei Begleitern unterwegs, als er eingriff, weil eine junge Frau von einem der Männer angeschrien und geschlagen wurde. Er selbst wurde daraufhin von diesem Mann geschlagen. Plötzlich hörte er ein Klickgeräusch, das er einem Springmesser zuordnete. „Es fühlte sich eher wie ein schwacher Schlag an“, beschrieb er den Messerangriff. Das Messer selbst habe er nicht gesehen. Danach sei sein Gesicht taub und feucht gewesen.

Medizinische und psychische Folgen

Das Opfer erlitt Schnittverletzungen am Augenlid, der Nase, der Lippe und im Mund. Er vermutet, dass die Angreifer auf seine Halsschlagader zielten. Fahrgäste halfen ihm mit Taschentüchern. Im Krankenhaus wurde er notoperiert und blieb drei Tage. Seine Nase wurde mit 40 Stichen genäht. Anfangs konnte er nicht durch die Nase atmen, heute hat er keine Probleme mehr. Psychisch sei er seither wachsamer, aber nicht ängstlich.

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Weitere Vorwürfe und Verfahren

Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten gefährliche beziehungsweise schwere Körperverletzung sowie weitere Straftaten zur Last, darunter mehrere Körperverletzungen und bei einem der Männer ein besonders schwerer räuberischer Diebstahl. Beide sind geringfügig vorbestraft und sitzen in Untersuchungshaft. Einer hat die Tat teilweise gestanden, der andere schweigt. Da es sich um Heranwachsende handelt, wird vor einer Jugendkammer verhandelt. Ein Urteilstermin steht noch nicht fest.

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