Australien: Mutmaßlicher Polizistenmörder nach monatelanger Fahndung erschossen
In Australien ist der mutmaßliche Polizistenmörder Desmond Freeman nach einer monatelangen, aufwendigen Fahndung bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Der 56-Jährige, der als einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes galt, wurde in einem abgelegenen Wohnwagen im Bundesstaat Victoria aufgespürt und weigerte sich, sich den Behörden zu ergeben.
Pattsituation und tödlicher Schusswaffeneinsatz
Victorias Polizeichef Mike Bush teilte mit, dass Spezialeinheiten Freeman am Morgen Ortszeit in einer containerähnlichen Struktur nahe der Ortschaft Thologolong lokalisiert hatten. "Es gab eine Pattsituation. Es gab für ihn eine Möglichkeit, sich friedlich zu ergeben, was er nicht getan hat", erklärte Bush. Nachdem Freeman sich geweigert habe, kapitulierte die Polizei den Schusswaffeneinsatz. "Alles was ich zum aktuellen Zeitpunkt weiß, spricht für mich dafür, dass der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt war", führte der Polizeichef aus. Die Leiche wird nun für eine zweifelsfreie Identifizierung und zur Bestimmung der genauen Todesursache untersucht.
Hintergrund: Polizistenmorde und Flucht
Freeman soll im August vergangenen Jahres zwei Polizisten im Alter von 35 und 59 Jahren erschossen haben, als diese sein Haus in einem ländlichen Gebiet in Victoria durchsuchen wollten. Ein weiterer Beamter wurde bei dem Vorfall verletzt. Danach floh der Verdächtige in ein bewaldetes Gelände und versteckte sich in einem Nationalpark mit zahlreichen verlassenen Minen. Die Polizei startete eine riesige Suchaktion mit rund 450 Beamten, Hubschraubern, Hundestaffeln und sogar Unterstützung aus Neuseeland. Laut Polizeichef Bush handelte es sich um einen der aufwendigsten Polizeieinsätze in der Geschichte Australiens.
Profil: Vorbestrafter Waffennarr und Staatsleugner
Desmond Freeman wurde der sogenannten "Sovereign Citizens"-Szene zugerechnet – einer Strömung, die mit den deutschen "Reichsbürgern" vergleichbar ist. In Medienberichten und Gerichtsdokumenten wurde er als vorbestrafter Waffennarr beschrieben, der gegen jede staatliche Autorität aufbegehrte. Die Polizei soll er laut Gerichtsdokumenten als "Nazis", "Gestapo" und "terroristische Schläger" bezeichnet haben. Auf Freeman war ein Kopfgeld von einer Million australischen Dollar (etwa 597.000 Euro) ausgesetzt worden.
Ermittlungen und offene Fragen
Die Ermittlungen dauern unterdessen an. Die Polizei prüft insbesondere, ob Freeman während seiner Flucht Unterstützung erhalten hat. Warum Freemans Haus im vergangenen Sommer durchsucht werden sollte, teilte die Polizei nicht mit. Nach ihren Angaben waren an den damaligen Ermittlungen Beamte beteiligt, die gegen Sexualverbrechen und Vergehen gegen Kinder vorgehen. Freemans Ehefrau hatte ihn zuvor öffentlich aufgefordert, sich zu stellen, doch der Verdächtige blieb bis zu seinem gewaltsamen Ende auf der Flucht.



