Berliner Bandenprozess: Überfälle auf Spielbank-Gewinner vor Gericht
Prozess: Überfälle auf Spielbank-Gewinner in Berlin

Berliner Bandenprozess: Überfälle auf Spielbank-Gewinner vor Gericht

Nach einer Serie von brutalen Überfällen auf Glücksspiel-Gewinner steht ein 20-Jähriger erneut vor dem Berliner Landgericht. Die Anklage wirft dem jungen Mann schwere Raubtaten und gefährliche Körperverletzung vor. In dem aktuellen Verfahren werden ihm drei weitere Überfälle zur Last gelegt, nachdem er in einem früheren Prozess bereits vier Taten gestanden hatte.

Systematisches Vorgehen der Bande

Laut Anklage sollen sich der Angeklagte und vier gesondert verfolgte Männer Anfang März 2025 zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel war es, gezielt Personen zu überfallen, die kurz zuvor beim Glücksspiel Gewinne erzielt hatten. Die Bandenmitglieder hätten vor allem in einer Spielbank im Bezirk Berlin-Mitte nach potenziellen Opfern Ausschau gehalten, um sie anschließend zu berauben.

Die Vorgehensweise war dabei äußerst brutal und systematisch. Gewinner wurden auf ihrem Heimweg verfolgt, attackiert und ausgeraubt. In einem besonders schweren Fall wurde ein 59-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt, als ihn die Täter hinterrücks mit einem Schlag gegen den Kopf zu Boden brachten.

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Details der angeklagten Taten

Die Anklage beschreibt drei konkrete Überfälle, die dem 20-Jährigen zur Last gelegt werden:

  • 8. Mai 2025: Der Angeklagte und weitere Mittäter verfolgten einen 59-Jährigen auf seinem Heimweg und attackierten ihn vor einem Hotel. Sie schlugen ihn von hinten gegen den Kopf, raubten 500 Euro, Kreditkarten und ein Handy. Das Opfer erlitt eine große Kopfplatzwunde und schwebte in Lebensgefahr.
  • Juni 2025: Bei einem weiteren Überfall setzte einer der Angreifer Pfefferspray ein. Die Täter flohen mit der Umhängetasche des Mannes.
  • 11. Juli 2025: Der Angeklagte und zwei Komplizen verfolgten ein Ehepaar und attackierten es an einer Garageneinfahrt. Nur weil der Mann mit einem Stock drohte, flohen die Angreifer unverrichteter Dinge.

Hintergrund und bisherige Verurteilung

Der 20-Jährige wurde Ende Juli 2025 festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Im ersten Prozess gestand er vier Raubtaten, bei denen drei Männer und eine 79-jährige Frau betroffen waren. Im Januar dieses Jahres sagte der Angeklagte vor Gericht, er sei über einen Bekannten zu der Gruppe gekommen und habe sich überreden lassen. Er äußerte Reue für seine Taten.

Das Gericht verhängte daraufhin eine Jugendstrafe von vier Jahren, die allerdings noch nicht rechtskräftig ist. Ob der Angeklagte auch im aktuellen Verfahren zu den drei weiteren Vorwürfen ein Geständnis ablegt, bleibt abzuwarten. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage bis zum 24. März vorgesehen.

Die Serie von Überfällen auf Glücksspiel-Gewinner hat in Berlin für Aufsehen gesorgt und wirft Fragen zur Sicherheit in und um Spielbanken auf. Die systematische Ausspähung von Gewinnern und deren gezielte Verfolgung zeigt ein beunruhigendes Muster organisierter Kriminalität im Glücksspielumfeld.

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