Prozess in Berlin: Frau stürzt aus vierter Etage - 36-Jähriger wegen schwerer Körperverletzung angeklagt
Prozess: Frau stürzt aus 4. Stock - 36-Jähriger angeklagt

Prozess in Berlin: Frau stürzt aus vierter Etage - 36-Jähriger wegen schwerer Körperverletzung angeklagt

Ein 36-Jähriger steht derzeit vor dem Berliner Landgericht, weil er wegen schwerer Körperverletzung angeklagt ist. Der Vorwurf bezieht sich auf einen tragischen Vorfall, bei dem seine damalige Partnerin aus einem Fenster im vierten Stock seiner Wohnung in Berlin-Köpenick stürzte. Die 35-jährige Frau erlitt dabei innere Verletzungen und eine Durchtrennung der Wirbelsäule, die zu einer Querschnittslähmung führten. Seitdem ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen.

Gewalttätige Beziehung mit fatalen Folgen

Die Beziehung zwischen dem Angeklagten und der Frau war laut Gerichtsunterlagen von wiederholter Gewalt überschattet. Insgesamt werden dem 36-Jährigen fünf Taten im Zeitraum von April 2021 bis Oktober 2022 zur Last gelegt. Bei vier dieser Vorfälle gestand der Mann zu Prozessbeginn im Wesentlichen ein, dass es aufgrund von Provokationen oder vermeintlichem Versetzen zu Gewaltausbrüchen gekommen sei. Allerdings wies er jede Verantwortung für den Sturz der Frau entschieden zurück. Er gab an, zum Zeitpunkt des Vorfalls zwar in der Wohnung gewesen zu sein, aber nicht in der Nähe seiner damaligen Lebensgefährtin.

Zeugenaussagen schildern brutale Übergriffe

Die Frau wurde im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben und schilderte detailliert die Eskalation der Gewalt. Nach etwa einem Jahr Partnerschaft sei es zum ersten massiven Übergriff gekommen. Der Angeklagte habe sie verbal erniedrigt, zu Boden gebracht, sich auf sie gesetzt und ihr sein Knie ins Gesicht gestoßen. „Plötzlich war er nicht mehr er selbst“, sagte die Frau unter Tränen. Bei einem weiteren Vorfall habe er die Tür zu ihrem Badezimmer mit der Faust durchschlagen, sie in die Badewanne gedrückt und mit seinen Händen ihren Unterkiefer gequetscht.

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Die Zeugin berichtete weiter, dass wenige Tage vor dem Sturz der Mann im Schlafzimmer die Einrichtung zerstört und Parfümflaschen zerschmettert habe. Sie erklärte, dass es immer wieder wegen seiner Eifersucht zu Vorfällen gekommen sei. „Ich hatte Angst und gleichzeitig wollte ich ihn nicht aufgeben“, gestand sie. Sie habe ihn verstehen und ihm irgendwie helfen wollen. Besonders aggressiv sei der Mann geworden, wenn er Alkohol und Drogen konsumiert habe.

Der Tag des Sturzes: Kontroverse Schilderungen

Am 21. Oktober 2022 bat die Frau den Angeklagten laut ihrer Aussage, ihre Wohnung aufzuräumen. Dabei konfrontierte sie ihn auch mit einer halben Viagra-Tablette, die sie gefunden hatte. Sie setzte sich auf das Fensterbrett und kündigte an, die Tabletten fallen zu lassen. In diesem Moment sei der Mann auf sie zugelaufen. „Er wollte meinen Arm greifen, ich spürte noch unsere Körper, ich habe das Gleichgewicht verloren und bin gefallen“, schilderte die Frau den entscheidenden Moment.

Der Angeklagte hingegen beschrieb die Beziehung über seinen Verteidiger als „toxische Beziehung“. „Wir konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohneeinander“, erklärte er. Aus seiner Sicht sei die Frau kurz vor dem Sturz auf das Fensterbrett geklettert, um ihm Angst zu machen, und dabei weggerutscht.

Fortsetzung des Prozesses und Haft

Der 36-Jährige befindet sich seit November 2025 in Haft. Der Prozess gegen ihn wird am 12. März fortgesetzt, wobei das Gericht weitere Zeugen und Beweise prüfen wird. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schwere Körperverletzung vor, während die Verteidigung auf eine Mitschuld der Frau und den Unfallcharakter des Sturzes hinweist. Die querschnittsgelähmte Frau hofft auf Gerechtigkeit und betont, dass sie trotz ihrer Verletzungen den Mut gefunden hat, vor Gericht auszusagen.

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