Prozess gegen rechtsextreme Terrorzelle 'Letzte Verteidigungswelle' in Hamburg gestartet
Prozess gegen rechtsextreme Terrorzelle in Hamburg

Mammut-Prozess gegen rechtsextreme Terrorzelle 'Letzte Verteidigungswelle' in Hamburg eröffnet

Am Donnerstag um 11.35 Uhr hat vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg ein aufsehenerregender Prozess gegen die mutmaßlich rechtsterroristische Gruppe 'Letzte Verteidigungswelle' begonnen. Sieben mutmaßliche Mitglieder und ein Unterstützer müssen sich für schwerste Vorwürfe verantworten. Die Bundesanwaltschaft klagt sie an wegen versuchten Mordes, Verabredung zum Mord, schwerer Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung.

Junge Angeklagte mit radikaler Ideologie

Die Angeklagten sind auffallend jung: Hartwig B. (16), Jason R. (19), Lenny M. (16), Claudio S. (19), Justin W. (21), Devin K. (22), Ben-Maxim H. (15) und Jerome M. (16). Bis auf den 15-Jährigen sitzen alle in Untersuchungshaft. Laut Anklage verstanden sich die jungen Männer als letzte Instanz zur Verteidigung der 'Deutschen Nation' und planten, durch Gewalt gegen Migranten und politische Gegner das demokratische System in Deutschland zu erschüttern.

Brandanschläge und Gewalttaten im Fokus

Die Gruppe soll Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylunterkünfte und linke Einrichtungen geplant und teilweise verübt haben. Ein besonders schwerwiegender Fall ereignete sich im Oktober 2024 in Altdöbern, Brandenburg, wo ein Kulturhaus vollständig ausbrannte und einen Schaden von 500.000 Euro verursachte. Nur durch Zufall gab es keine Verletzten.

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Im Januar 2025 versuchten zwei Angeklagte, eine Asylbewerberunterkunft in Thüringen mit Pyrotechnik anzuzünden. Das Feuer misslang, doch an den Wänden blieben Hakenkreuze und Parolen wie 'Ausländer raus' zurück. Ein weiterer geplanter Anschlag in Brandenburg konnte offenbar nur durch Hinweise einer Undercover-Reporterin verhindert werden.

Organisation und Führungsstruktur

Drei der jungen Männer gelten als mutmaßliche Rädelsführer. Einer von ihnen soll die rechtsextreme Gruppe gegründet und über Chatgruppen organisiert haben, in denen Anschläge geplant und ideologische Inhalte verbreitet wurden. Weil das Verfahren nach Jugendstrafrecht geführt wird, könnten Teile der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Mehrere Verteidiger haben entsprechende Anträge angekündigt.

Weitere Gewalttaten und Ermittlungen

Zusätzlich zu den Brandanschlägen sollen vier Angeklagte Menschen brutal angegriffen haben, die sie fälschlicherweise für pädophil hielten. Die Ermittlungen gegen die Gruppe wurden im Mai 2025 in Mecklenburg-Vorpommern intensiviert, wo Einsatzkräfte Beweise sicherten. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern und steht unter besonderer Beobachtung von Sicherheitsbehörden und der Öffentlichkeit.

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