Berliner Prozess: Angeklagter gesteht heimliche Überwachung und Gewalttaten
Ein 46-jähriger Mann steht derzeit vor dem Berliner Landgericht, weil er seine getrennt lebende Ehefrau über Wochen hinweg mit versteckten Kameras gefilmt und die vierfache Mutter bei Treffen attackiert haben soll. Zu Prozessbeginn gestand der Angeklagte einen Teil der Vorwürfe. Die Anklage lautet auf Körperverletzung, Vergewaltigung, Geiselnahme sowie Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen.
Heimliche Überwachung aus Eifersucht
Der in Syrien geborene Angeklagte räumte ein, im August 2025 mehrere Handys in der Wohnung seiner Frau und der vier gemeinsamen Töchter in Berlin-Hohenschönhausen versteckt und die Aufnahmen live verfolgt zu haben. In einer Erklärung, die sein Verteidiger verlas, hieß es: „Ich hatte Angst, dass sie mich verlässt“. Der Mann vermutete einen anderen Mann im Leben seiner Frau, nachdem sich diese vor etwa zwei Jahren von ihm getrennt hatte.
Gewalttätige Eskalation und Entführung der Tochter
Laut den Angaben des Angeklagten eskalierte die Situation am 4. Oktober 2025. Bei einem Treffen in der Wohnung seiner Frau wies sie ihn zurück, woraufhin er „die Fassung verlor“. Er gab zu, der Frau eine Ohrfeige versetzt zu haben, „wie von Sinnen das Schlafzimmer durchwühlt“ und die Mobiltelefone seiner Frau und Kinder an sich genommen zu haben. Anschließend befragte und bedrohte er seine damals 17-jährige Tochter mit einem Gürtel, betonte aber: „Ich hätte ihr aber nie etwas angetan“.
Mit der Jugendlichen im Auto fuhr er zu der Wohnung eines Bekannten in Berlin-Mitte. Laut Anklage soll der Mann damit gedroht haben, sich mit der zweitältesten Tochter ins Ausland abzusetzen, wenn seine Ehefrau sich nicht mit ihm treffe. Die Frau hatte jedoch die Polizei eingeschaltet, die den Mann am frühen Morgen des 5. Oktober festnahm. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.
Hintergrund und Prozessverlauf
Der Angeklagte schilderte, dass seine „Jobsituation prekär“ gewesen sei und es viel Streit in der Ehe gegeben habe. Die Trennung habe ihm zunächst gutgetan, doch er sei davon ausgegangen, dass seine Frau ihn „zurücknehmen“ würde. Die gewalttätigen Übergriffe und die Entführung der Tochter beschrieb er als Versuch, ein Treffen mit seiner Frau zu erzwingen.
Für den Prozess sind bislang vier weitere Verhandlungstage bis zum 16. April terminiert. Die Vorwürfe umfassen schwere Straftaten im Kontext häuslicher Gewalt, die in Berlin und bundesweit zunehmend im Fokus von Justiz und Öffentlichkeit stehen.



