Prozess zu mutmaßlich homophobem Angriff in Augsburg: Angeklagter war bereits wegen Totschlags verurteilt
Prozess zu homophobem Angriff in Augsburg startet

Prozess zu mutmaßlich homophobem Angriff in Augsburg startet

Vor dem Augsburger Landgericht beginnt am Montag um 9:00 Uhr ein aufsehenerregender Prozess um eine mutmaßlich homophobe Gewalttat. Fünf Angeklagte müssen sich für einen Angriff auf zwei Männer in der Augsburger Innenstadt verantworten, der im vergangenen März stattfand. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein queerfeindliches Motiv bei der Tat eine wesentliche Rolle spielte.

Die Tat auf der Maximilianstraße

Die Angeklagten, damals zwischen 22 und 25 Jahre alt, sollen auf die zwei Opfer in der Maximilianstraße, der bekanntesten Feiermeile Augsburgs, aufmerksam geworden sein, weil das Duo als homosexuelles Paar erkennbar gewesen sei. Nach mehreren Beleidigungen mit sexuellem Hintergrund soll einer der beiden Männer versucht haben, einen der nun Beschuldigten am Kragen zu packen. Daraufhin wurden die beiden Männer mit Faustschlägen und Tritten traktiert und erlitten insbesondere Verletzungen am Kopf und Oberkörper.

Vier der Angeklagten sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, einer wegen Bedrohung. Wegen des angenommenen homophoben Hintergrunds hatte die Generalstaatsanwaltschaft in München den Fall übernommen. Die dort angesiedelte Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus ist für schwerwiegende Hasskriminalität zuständig.

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Angeklagter mit einschlägiger Vergangenheit

Der Fall sorgt auch deswegen für besondere Aufmerksamkeit, weil unter den vier Hauptbeschuldigten ein 23-Jähriger ist, der bereits bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Vor etwas mehr als sechs Jahren, am Nikolausabend 2019, hatte der damals 17-Jährige am Augsburger Königsplatz einen 49-jährigen Familienvater nach einem Streit mit einem einzigen Faustschlag getötet. Er wurde dafür wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Diese einschlägige Vergangenheit des Angeklagten wirft im aktuellen Prozess zusätzliche Fragen auf und unterstreicht die Schwere der Vorwürfe. Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgrund des mutmaßlich homophoben Hintergrunds übernommen, was die Bedeutung des Falls als Hasskriminalität hervorhebt.

Ablauf des Prozesses

Für den Prozess um die mutmaßlich homophobe Gewalttat sind elf Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil könnte bereits am 13. März fallen. Die Verhandlung verspricht, nicht nur die Einzelheiten des Angriffs aufzuklären, sondern auch die Motive der Täter und den Umgang mit Hasskriminalität in der Justiz zu beleuchten.

Die Augsburger Maximilianstraße, normalerweise ein Ort des Feierns und der Geselligkeit, war im März des vergangenen Jahres Schauplatz dieser brutalen Tat. Die Opfer, deren Identität aus rechtlichen Gründen nicht näher genannt wird, erlitten erhebliche Verletzungen, die eine langwierige Genesung erforderlich machten.

Der Prozess wird von der Öffentlichkeit und von Menschenrechtsorganisationen mit Spannung verfolgt, da er ein Beispiel für die zunehmende Sichtbarkeit von Hassverbrechen gegen die LGBTQ+-Community in Deutschland ist. Die Anklagepunkte und die Beteiligung eines bereits vorbestraften Täters machen diesen Fall zu einem Prüfstein für die Strafverfolgung bei extremistischen Gewalttaten.

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