Razzia gegen mutmaßlichen Neonazi-Shop: Polizei durchsucht Standorte in fünf Bundesländern und der Schweiz
Razzia gegen Neonazi-Shop in fünf Bundesländern und Schweiz

Großrazzia gegen mutmaßlichen Neonazi-Shop in fünf Bundesländern und der Schweiz

Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft haben einen mutmaßlich groß dimensionierten Shop für Artikel mit rechtsextremen Motiven aufgedeckt und zerschlagen. In einer koordinierten Aktion wurden vergangenen Donnerstag insgesamt elf Gebäude in fünf deutschen Bundesländern sowie in der Schweiz durchsucht. Die Behörden teilten mit, dass die Ermittlungen sich gegen einen 43-jährigen Hauptverdächtigen sowie fünf mutmaßliche Komplizen richten.

Haftbefehl gegen Hauptverdächtigen erlassen

Gegen den 43-jährigen Hauptbeschuldigten wurde ein Haftbefehl erlassen, der jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Die durchsuchten Gebäude befanden sich neben der Schweiz in den Bundesländern Niedersachsen, Thüringen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Thüringen entdeckten die Beamten bei ihren Ermittlungen zudem einen Treffpunkt der rechtsextremen Szene, der nun ebenfalls unter Beobachtung steht.

Tausende CDs, Schallplatten und verbotene Symbole sichergestellt

Bei den umfangreichen Durchsuchungen wurden nach Angaben der Behörden eine Vielzahl von verbotenen Gegenständen sichergestellt. Darunter befanden sich:

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  • Tausende CDs und Schallplatten mit rechtsextremer Musik
  • Schlüsselbänder, Bekleidung und Sticker mit verfassungswidrigen Symbolen wie Hakenkreuzen, Reichsadlern und SS-Totenschädeln
  • Hitler-Figuren und andere Nazi-Devotionalien
  • Schlagringe und nicht frei verkäufliche Sprengkörper

Die Verdächtigen sollen nicht nur rechtsextreme Musik vertrieben haben, sondern auch Szeneartikel mit Motiven von terroristischen oder verbotenen Organisationen angeboten haben. Unter den sichergestellten Artikeln befanden sich laut Behördenangaben auch Motive der verbotenen Gruppen »Blood & Honour« und »Combat 18«.

Weitere Verdachtsmomente: Waffengesetz und Dopingmittel

Neben den Vorwürfen der Verbreitung rechtsextremer Propaganda stehen die Verdächtigen auch im Verdacht, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Zudem ermitteln die Behörden wegen des möglichen Handels mit verbotenen Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die genaue Art des Handels – ob über einen Onlineshop oder andere Vertriebswege – wurde von den Ermittlern bisher nicht mitgeteilt.

Ermittlungen seit Anfang des Monats

Den Angaben zufolge wurde seit Anfang des Monats verdeckt gegen die sechs Verdächtigen ermittelt. Der Hauptverdächtige war den Behörden erstmals bei Ermittlungen der Polizei Oldenburg im Zusammenhang mit einem rechtsextremen Musiknetzwerk aufgefallen. Die aktuellen Razzien markieren einen bedeutenden Schlag gegen die organisierte rechtsextreme Szene in mehreren Regionen Deutschlands und der Schweiz.

Die Sicherstellung der umfangreichen Beweismittel und die Festnahme des Hauptverdächtigen unterstreichen die Entschlossenheit der Strafverfolgungsbehörden, gegen rechtsextreme Netzwerke und deren illegale Aktivitäten vorzugehen. Weitere Ermittlungen laufen, um die genauen Strukturen und Vertriebswege des mutmaßlichen Neonazi-Shops vollständig aufzudecken.

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